Die massive Krise der deutschen Autoindustrie hat den baden-württembergischen Landtagswahlkampf aufgeschreckt. Grüne wie CDU haben am Wochenende versucht, das Auto ins Zentrum ihrer politischen Erzählung zu rücken. Beide Parteien reagieren damit auf die dramatische Lage in einem Bundesland, dessen Wohlstand wie kaum ein anderes von Automobilbau, Zulieferern und industrieller Wertschöpfung abhängt.
So hat sich auf dem Landesparteitag der Grünen in Baden-Württemberg der Noch-Ministerpräsident Kretschmann entschieden dafür ausgesprochen, die „elende Antriebsdebatte“ zu beenden, die Verbraucher verunsichere und Investitionen hemme. Die Elektromobilität sei die „Hauptstraße“ der Entwicklung, darüber bestehe – so jedenfalls Kretschmann – inzwischen Einigkeit.
Gleichzeitig räumte Kretschmann offen Fehler in der bisherigen Politik ein. Das ursprünglich geplante faktische Verbot von Verbrennungsmotoren ab 2035 bezeichnete er als falsch. Es sei politisch unseriös gewesen, ein fixes Datum über Flottengrenzwerte festzulegen, ohne zuvor die nötigen Voraussetzungen zu schaffen. Ohne ausreichende Ladeinfrastruktur, bezahlbaren Ladestrom und wirksame Förderinstrumente lasse sich ein solcher Umbruch nicht durchsetzen.
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