Ohne Reformen wird die notwendige Zinswende zum Sargnagel der deutschen Wirtschaft

vor etwa 2 Monaten

Ohne Reformen wird die notwendige Zinswende zum Sargnagel der deutschen Wirtschaft
Bildquelle: Apollo News

Seit dem Ausbruch des Iran-Kriegs Ende Februar 2026 haben sich die Energiepreise im Euroraum massiv verteuert. Die Blockade der Straße von Hormus trifft Europa dort, wo es besonders verwundbar ist: bei der Versorgung mit Öl und Gas. Die Folge ist ein deutlicher Anstieg der allgemeinen Inflation. Im April erreichte die Teuerung in Deutschland im Jahresvergleich 2,9 Prozent, im Mai sank sie nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes auf 2,6 Prozent – allerdings ausschließlich durch den Tankrabatt.

Immer realistischer erscheint daher, dass die Europäische Zentralbank (EZB) schon bald die Zinsen anheben wird, um so die Teuerungsdynamik einzudämmen. Für die ohnehin bereits stark angeschlagene deutsche Wirtschaft wäre das allerdings eine schwere Kost. Doch angesichts dessen, dass sich der Preisanstieg in den kommenden Monaten noch beschleunigen dürfte, ist eine Zinswende unausweichlich. Manche Ökonomen schließen inzwischen sogar nicht mehr aus, dass die Inflation in der ganzen Eurozone bald die Marke von vier Prozent übersteigen könnte.

EZB-Direktorin Isabel Schnabel sprach vor diesem Hintergrund am Dienstag im Gespräch mit Reuters klare Worte: „Aus heutiger Sicht halte ich eine Zinserhöhung im Juni für nötig.“ Der Iran-Schock arbeite sich zunehmend durch die Wirtschaft und treibe die Inflation über „einen beträchtlichen Zeitraum“ vom Zielwert von zwei Prozent weg. Selbst wenn der Krieg heute enden würde, so Schnabel, sei der Energieinfrastruktur und den globalen Lieferketten bereits erheblicher Schaden zugefügt worden. Dieser lasse sich nicht kurzfristig rückgängig machen. Letztlich sei daher dringend eine geldpolitische Reaktion notwendig. Am 11. Juni wird die EZB über einen potentiellen „Zins-Hike“ entscheiden.

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