Die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) bestätigte aktuell, dass gegen den ehemaligen SPÖ-Politiker wegen des Verdachts der Untreue ermittelt wird. Im Zuge der laufenden Ermittlungen kam es zuletzt zu Hausdurchsuchungen in Wien und Umgebung. Neben Gusenbauer richtet sich das Verfahren auch gegen ein ehemaliges Vorstandsmitglied der Signa-Gruppe. Konkret werfen die Ermittler Gusenbauer vor, in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender zweier Signa-Gesellschaften im Herbst 2022 seine Befugnisse missbraucht zu haben. Durch mutmaßlich unrechtmäßige Entscheidungen sollen den betroffenen Unternehmen Schäden in Höhe von zehn Millionen Euro entstanden sein.
Im Zentrum des Vorwurfs stehen sogenannte Abschlagszahlungen, die laut Staatsanwaltschaft ohne ausreichende Grundlage an ein Vorstandsmitglied geflossen sein sollen, Gusenbauer soll diese Zahlungen aktiv ermöglicht oder zumindest gebilligt haben. Der Ex-Kanzler weist die Vorwürfe entschieden zurück. Bereits in einem parallelen Zivilverfahren vor dem Handelsgericht Wien hatte er ähnliche Anschuldigungen bestritten.
Die Causa ist Teil eines weitreichenden Ermittlungsverfahrens zum Zusammenbruch der von René Benko gegründeten Signa-Gruppe. Gegen Benko selbst sowie weitere Verantwortliche wird ebenfalls ermittelt – unter anderem wegen des Verdachts auf Untreue und betrügerische Krida, einem in Österreich relevanten Straftatbestand im Zusammenhang mit Insolvenzdelikten. Dabei geht es insbesondere um konzerninterne Darlehen in erheblicher Höhe, die offenbar ohne ausreichende Sicherheiten vergeben wurden und möglicherweise die Gläubiger geschädigt haben.
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