Öffentliches Finanzvermögen schrumpft weiter

vor 10 Monaten

Öffentliches Finanzvermögen schrumpft weiter
Bildquelle: Tichys Einblick

Zur Überbrückung nicht kalkulierbarer Ereignisse wie Konjunkturkrisen und externer Schocks unterhalten die Träger der öffentlichen Hand, Sozialversicherungen sowie die unterschiedlichen Gebietskörperschaften, eigene Finanzreserven – eine Art Notgroschen für schlechte Zeiten. Zusammengerechnet beträgt diese „Firepower“ des Staates derzeit etwa 1,134 Billionen Euro.

Die Verwaltung dieses Kapitals folgt einem engen gesetzgeberischen Regelwerk. Im Kern: Bareinlagen bei der Bundesbank und Euro-Staatsanleihen – Relikte einer Zeit, als Anleihen noch das Rückgrat des Finanzsystems bildeteten und Staatsverschuldung längst nicht die heutigen Dimensionen erreicht hatte.

Im Grunde genommen stehen wir vor einem klassischen Ponzi-Schema: Banken und Versicherungen werden vom Gesetzgeber zum Kauf neuer Schuldenpapiere gezwungen und bilden somit indirekt die Schuldentragfähigkeit des Staats ab, den sie damit finanzieren. Gleiches gilt auch für die öffentlichen Kassen – ihre Stabilität steht und fällt mit der Kreditwürdigkeit des Emittenten der Schulden, die sie in ihre Bilanz aufgenommen haben.

Am Montagmorgen veröffentlichte nun das Statistische Bundesamt (Destatis) in Wiesbaden die konsolidierten Zahlen des öffentlichen Finanzvermögens für das abgeschlossene Jahr 2024. Aktuellere Daten liegen nicht vor, die Publikation erfolgt stets mit etwa neunmonatiger Verspätung.

Folgt man dem Zahlenwerk, so ist vor allem das Finanzvermögen des Bundes dramatisch zusammengeschrumpft. Innerhalb nur eines Jahres verlor man 2,4 Prozent, sodass die Reserve nun noch 435 Milliarden Euro umfasst – ein Wert, der angesichts steigender Ausgaben wie ein zügig schmelzender Eisblock wirkt.

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