Gegen diesen Artikel spricht ein stechendes Argument: Es ist doch nur ein Adventskalender. Reg dich nicht so auf. Das stimmt. Eigentlich muss sich keiner über einen Adventskalender aufregen. Wer das unbedingt will, etwa weil der Blutdruck zu niedrig ist, findet schließlich genug anderes, über das er sich aus gutem Grund aufregen kann. Warum also der Adventskalender? Weil genau das gleiche Argument für diesen Artikel spricht: Warum denn, es ist doch nur ein Adventskalender?
Mit den Adventskalendern beginnt für die Kinder die Weihnachtszeit. Schon lange, bevor sie das nach dem kirchlichen Kalender tut: Wenn die Mutter oder der Opa im Oktober oder November den Kindern einen solchen Kalender kauft, wenn der über ihrem Bett hängt und die Kinder vorm Schlafengehen das Wimmelbild nach den Zahlen absuchen: Das Türchen des fünften Dezembers befindet sich auf dem Gesicht des Weihnachtsmannes, das Türchen des 14. Dezembers auf dem Jungen, der den Plätzchenteig rollt und die große Tür des Heiligabends deckt den Bauch des Weihnachtsmannes ab. Dann beginnt für die Kinder die Weihnachtszeit.
So war das früher. Heute befinden sich auf dem Wimmelbild des Adventskalenders auch ein Label, das eine Angabe über den “fair gehandelten” Kakao in der Schokolade macht. Auf der Rückseite ermahnt ein anderes Label zum Recyclen. Und wiederum auf der Vorderseite gibt es ein Schaubild, das den “Nutri Score” der besagten Schokolade erläutert. Er ist im Fall des Adventskalenders Stufe E. Die schlechteste von fünf Stufen. Die Botschaft an die Kinder lautet: Es ist Advent, Kinder. Freut euch auf den Herrn, aber fürchtet Karies und Kalorien.
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