Am 23. Mai 2026 wurde das Grundgesetz 77 Jahre alt. Die Tagesschau machte daraus nicht nur eine staatspädagogische Mitmachsendung mit Frank-Walter Steinmeier, Gartenarbeit, Ehrenamt und Tomatenpflanzen. Sie lieferte im Aufmacher auch einen Satz, der weit mehr verrät als die ganze weiche Kulisse aus Kuchen, Gemeinschaftsgarten und Plastikmüllsammeln.
In Potsdam, so berichtete die Tagesschau, habe eine 82-jährige Frau eine junge usbekische Familie angesprochen. Dann folgte die entscheidende Formulierung: „Migranten und Nicht-Migranten sind im Austausch.“
Nicht Deutsche und Migranten, auch nicht Einheimische und Zugewanderte, schon gar nicht Bürger dieses Landes und neu Angekommene. Sondern: Migranten und Nicht-Migranten.
Die Deutschen erscheinen nicht mehr als Staatsvolk, nicht mehr als Träger des Gemeinwesens, sondern nur noch als Negativform einer anderen Gruppe. Migranten sind der sprachliche Bezugspunkt. Wer keiner ist, wird zur Restkategorie: Nichtmigrant.
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