Kurt Tucholsky hatte schon in der Weimarer Republik gespottet: „Vor einem Schalter stehen: das ist das deutsche Schicksal. Hinter dem Schalter sitzen: das ist das deutsche Ideal.“ Diejenigen, die beständig behaupten, aus der Geschichte lernen zu wollen, haben erstens nicht begriffen, was lernen bedeutet, und zweitens können sie häufig nicht einmal das Wort Geschichte buchstabieren. Deutschlands Mephisto ist der irrationale Wunsch, zu den Guten zu gehören, nicht aus der Reihe zu tanzen.
Das Gute ändert zwar als waschechte Schimäre gern seine Gestalt, aber es bleibt immer das Gute. INSA hat gerade in einer Umfrage ermittelt, dass 48 % der Deutschen nach der Bekanntgabe der Meinung des Verfassungsschutzes, dass die AfD „gesichert rechtsextrem“ sei (was das Amt aber nicht belegt, weil es womöglich der Stichhaltigkeit seines eigenen Gutachtens misstraut) für ein Verbot der AfD sind, 37 % dagegen und 15 % haben dazu keine Meinung.
Gleichzeitig haben sich aber die Wahlumfragen auch nach Faesers Ministerstreich gegen die Demokratie nicht verändert. Meinungsforscher sind der Ansicht, dass „wegen des verbreiteten Misstrauens gegenüber dem Verfassungsschutz und der mehrheitlichen Zustimmung zur Migrationspolitik der AfD,…es gut möglich“ sei, „dass die AfD auf Dauer von dieser Debatte sogar profitiert.“
Alle relevanten Zahlen sind stabil. In der negativen Wahlumfrage geben ca. 55 % an, nicht die AfD wählen zu wollen, d.h. das weitaus weniger, als die, die keinesfalls der AfD ihre Stimme geben würden, einem Parteiverbot zustimmen.
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