Wolfram Weimer ist ein Kind der Medien. Der Gründer des Cicero und ehemalige Chefredakteur von Die Welt und Focus hatte ein klares Ziel vor Augen: den Aufbau einer konservativen, wirtschaftsliberalen Gegenöffentlichkeit. Er wollte, wie er selbst betonte, „unabhängigen, wertebasierten Qualitätsjournalismus“ anbieten – als Gegengewicht zu einem eher links geprägten Gesellschaftsbild.
Zu diesem Zweck gründete er 2012 gemeinsam mit seiner Frau Christiane Götz-Weimer die „Weimer Media Group“ mit Sitz am Tegernsee. Unter ihrem Dach vereint das Unternehmen heute unter anderem die Online-Plattformen „The European, Markt und Mittelstand, Börse am Sonntag und den WirtschaftsKurier“.
Doch hat es nun den Anschein, als handele es sich bei diesem Konstrukt um ein Potemkinsches Dorf: brüchige Fassaden, dahinter wenig, aber nicht selten unberechtigt erworbene Substanz – Staffage für schlechtes Kino.
Weimer dürfte im Laufe der Jahre jene Erfahrungen gemacht haben, die heute viele Medienanbieter in der digitalen Welt erleben. Es ist schwierig, allein über Klickzahlen verlässliche Werbeerlöse zu generieren und damit ein größeres Medienhaus zu finanzieren. Genau darin dürfte das grundlegende Problem und Weimers Verhängnis gelegen haben.
Um diesem fragilen Gebilde Glanz zu verleihen und Abos zu generieren, scheint es vor allem beim The European gängige Praxis gewesen zu sein, auf prominente Autorennamen ohne deren Urheberrechte erworben zu haben, zurückzugreifen. https://www.alexander-wallasch.de/gesellschaft/wo-versteckt-sich-wolfram-weimer-der-stummel-einer-nebelkerze-als-klarstellung
Texte von prominenten Größen wie Brad Pitt, Papst Franziskus, Alexander Dobrindt wurden ebenso publiziert wie über 100 Texte von, und das ist angesichts des politischen Klimas im Land besonders pikant, AfD-Chefin Alice Weidel.
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