Die Selbstkritik war ein Ritual des Stalinismus. Bei Säuberungen des Parteiapparats war die Selbstkritik die Methode, der sich alle zu unterwerfen hatten. Die Selbstbeschuldigungen der in Ungnade gefallenen Kandidaten fanden sich dann in der Regel in der Anklageschrift wieder.
Die interne Nachbesprechung zur ersten Sendung geriet zur Abrechnung. Drei Stunden dauerte das „Gründonnerstagstribunal“, wie Mitarbeiter die Sitzung heute nennen. Statt konstruktiver Kritik wurde ein Kesseltreiben gegen Ruhs und ihr Team veranstaltet. Besonders verdammungswürdig war für die das Tribunal organisiert habenden Kollegen, dass Ruhs nicht zur Selbstkritik im stalinistischen Sinne bereit war.
Binnen Tagen formierte sich dann der Widerstand gegen die, die es wagten, den grün-rot-woken Politkommissaren nur die Stirn zu bieten. 250 NDR-Mitarbeiter unterschrieben einen „Offenen Brief“, der Ruhs Spaltung und Einseitigkeit vorwarf. Ein Standardvorwurf der extremen Linken. Man warf ihr vor, Stimmen zu Wort kommen zu lassen, die im ÖRR sonst aus gutem Grund kaum vorkommen. Denn sie gelten als rechts, faschistisch und eben Nazi. Organisiert wurde die Aktion über Chatgruppen.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










