Neue US-Sicherheitsstrategie – Die Aufgabe der „strategischen Stabilisierung“

vor 4 Monaten

Neue US-Sicherheitsstrategie – Die Aufgabe der „strategischen Stabilisierung“
Bildquelle: Tichys Einblick

Wie lässt sich die hierzulande vorherrschende Stimmung zum Gang der Welt beschreiben. Es gibt viele unterschiedliche Impulse, aber die Grundstimmung ist radikal umgeschlagen. Wurde bisher eine zunehmende Harmonie der Weltentwicklung erwartet, so werden jetzt überall Gefahren, Bedrohungen und Feindschaften gesehen. Ein kleines Beispiel kann das verdeutlichen.

In der „Frankfurter Allgemeinen“ vom 16.2.2026 konnte man anlässlich der Grönland-Affäre in einem Kommentar auf der Titelseite folgende Sätze zu lesen: „Trumps militärische Drohung gegen Dänemark war so ein Schritt über den Rubikon. Seither kann sich keiner der Verbündeten noch sicher sein, dass Amerika nicht eines Tages vom Beschützer zum Angreifer wird.“ Das sind eigentlich ungeheuerliche Aussagen.

Es wird ernsthaft behauptet, dass die USA fähig und willens sein könnten, einen Angriffskrieg gegen Europa zu führen. Was für eine Stimmungswende wird hier sichtbar: Aus dem hoffnungsvollen Zusammenwachsen der Welt ist nun das Schreckensgemälde eines globalen Zusammenstoßens geworden. Nun soll „Abschreckung“ der einzige Stoff sein, der die Welt noch zusammenhält. Und täglich werden neue Feinde entdeckt. Alte Freunde werden im Handumdrehen zum Gegenstand finsterster Verdächtigungen.

Man hört den Appell, nun müsse „Europa“ endlich zu einer selbständigen Kraft werden. Und der Bundeskanzler fordert, Deutschland müsse „die Sprache der Machtpolitik“ sprechen lernen – um dann im gleichen Atemzug schon einzugestehen, dass es ohne die USA doch „nicht geht“. So wäre die Stimmungslage am besten als „generalisiertes Misstrauen“ zu charakterisieren.

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