Bei Miosga: Friedrich Merz verkauft Frust als frischen Mut

vor mehr als 1 Jahr

Bei Miosga: Friedrich Merz verkauft Frust als frischen Mut
Bildquelle: Tichys Einblick

Gelassenheit und Zufriedenheit sind es nicht gerade, die aus diesen Augen sprechen. Möchtegern-Kanzler Friedrich Merz wirkt bei Caren Miosga bisweilen geradezu geknickt. Er will krampfhaft Zuversicht versprühen, doch seine Aura müffelt nach Fatalismus. Die Koalitionsverhandlungen stellt er geradezu manisch als Erfolg dar – allein, es fehlt an Verve. Über Steuererhöhungen etwa könne man zurzeit „wegen der aktuellen Lage“ nicht sprechen. „Man soll nie nie sagen“ – nach all seinen gebrochenen Wahlversprechen wirkt das wie eine Drohung.

Ein entscheidender Satz fällt dann auch bereits in der dritten Minute dieser seltsamen Stunde: „Wir werden die Krise als das neue Normal erleben.“ Na, dann mal gute Nacht.

Miosga lässt Markus Söder einspielen. Der bayerische Ministerpräsident macht sich über die „neue Duz-Männerfreundschaft“ lustig, die sich zwischen Merz und dem SPD-Verhandlungsführer Lars Klingbeil „ganz zärtlich entwickelt“ habe. Von einer „Liebesheirat“ spricht der CSU-Chef gar. „Ist Markus Söder für sie manchmal sowas wie der peinliche Onkel am Kaffeetisch?“, will Miosga wissen. Das allgemeine Gelächter zeigt, mit wie wenig deutsche Talkshow-Gäste mittlerweile zufrieden sind. Auch Merz muss lachen. Der Kalauer scheint seine Depri-Aura für einen Moment zu überduften.

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