Minister warnt: Bahn-Chaos sei „demokratriegefährdend“

vor 4 Monaten

Minister warnt: Bahn-Chaos sei „demokratriegefährdend“
Bildquelle: Tichys Einblick

„Das geht schon in eine demokratiegefährdende Richtung“, erklärte Patrick Schnieder in einem aktuellen Gespräch mit der Funke-Mediengruppe. Seine Warnung zielt weniger auf einzelne Missstände als auf ein grundlegendes Problem: die Wahrnehmung eines Staates, der zentrale Infrastrukturaufgaben nicht mehr zuverlässig bewältigen kann. Marode Brücken, überlastete Schienenwege und chronisch unpünktliche Züge seien sichtbare Symptome einer Entwicklung, die das Vertrauen in staatliche Institutionen untergraben könne.

Tatsächlich liefern die aktuellen Zahlen eine beunruhigende Faktenlage: Im vergangenen Jahr erreichten lediglich 60 Prozent der Fernverkehrszüge ihr Ziel mit weniger als sechs Minuten Verspätung – ein weiterer Rückgang im Vergleich zum ohnehin schwachen Vorjahr. Für ein Land, das sich lange mit Effizienz und Zuverlässigkeit identifizierte, ist dies mehr als ein logistisches Problem. Es ist ein Imageverlust, der auch politisch spürbar wird.

Schnieder formuliert daher ein ambitioniertes Ziel: Bis 2029 soll die Pünktlichkeitsquote im Fernverkehr auf 70 Prozent steigen. Doch selbst der Minister räumt ein, dass dieses Ziel kaum zu erreichen sei. Aber auch eine derartige Verspätungs-Quote würde heißen, dass fast jeder dritte Zug weiterhin verspätet wäre. Ob dies ausreicht, um verlorenes Vertrauen zurückzugewinnen?

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