Milei statt Merz

vor 9 Monaten

Milei statt Merz
Bildquelle: Tichys Einblick

Am Ende fiel selbst die Provinz Buenos Aires. Argentinien, das Land, in dem der Peronismus mehr als ein halbes Jahrhundert gewütet hat, hat seine Peronisten ein zweites Mal vor die Türe gesetzt. Sieger ist Javier Milei, der Kettensägenmann, der Ministerien und Staatsverschuldung seit Amtsantritt rücksichtslos zerschreddert. Und das, obwohl die Medien – mal wieder – ein enges Kopf-an-Kopf-Rennen, wenn nicht gar ein Scheitern Mileis ankündigten.

Mehr als 40 Prozent erhielt seine Partei La Libertad Avanza (LLA) in den Zwischenwahlen, bei dem die Hälfte der Sitze neue vergeben wurden. Die Möglichkeiten seine libertäre Politik durchsetzen, sind so gestiegen, auch wenn er die Zustimmung anderer Parteien dazu benötigt. Zahlreich sind die Reflexe der Medien – vor wie nach der Wahl. X-User Argo Nerd, berüchtigt für seine Zusammenschauen des „Vorher-Nachher“-Effekts bei Internet-Schlagzeilen hat bereits eine ansehnliche Sammlung angelegt, wie Journalisten und Redakteure neuerlich ihre Fantasie zum Richtwert der Realität erhoben.

Wie bei Meloni und bei Trump hat über Nacht wieder der rechte Gottseibeiuns gewonnen. Vor Milei hat sich kein Blatt für den Zustand Argentiniens interessiert; außer, wenn Inflation und Überschuldung das gebeutelte Land so sehr drückten, dass es zu Aufständen und Ausschreitungen kam – und dann lediglich als eine Meldung unter vielen. Das stolze Argentinien, einst die südamerikanische Vorzeigenation schlechthin und Traumziel deutscher wie italienischer Auswanderer – Milei selbst ist Nachfahre vornehmlich italienischer wie kroatischer Abstammung – hat einen epochalen Niedergang hinter sich.

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