Schleuser weichen nach Belgien aus: Neue Migrantenroute über den Ärmelkanal

vor etwa 1 Monat

Schleuser weichen nach Belgien aus: Neue Migrantenroute über den Ärmelkanal
Bildquelle: Tichys Einblick

Belgien entwickelt sich zum neuen Ausgangspunkt für Migranten, die in kleinen Booten nach Großbritannien gelangen wollen. Schleuserbanden verlagern ihre Abfahrten von der stärker überwachten französischen Küste auf belgische Strände. Nach Regierungsangaben wurden seit Jahresbeginn 2026 bereits mehr als 400 Menschen beim Versuch abgefangen, von dort aus den Ärmelkanal zu überqueren. Im gesamten Jahr 2025 war kein einziger entsprechender Fall registriert worden.

Damit verändert sich eine Route, die seit fast einem Jahrzehnt vor allem von der französischen Küste zwischen Calais und Dünkirchen ausging. Die EU-Grenzschutzagentur Frontex führt die Verlagerung hauptsächlich auf die verschärften französischen Küstenpatrouillen zurück. Wo der Druck steigt, weichen die Schleuser aus.

Belgien diente bislang vor allem als Zwischenstation. Boote wurden dort vorbereitet und später in Frankreich zu Wasser gelassen. Als direkter Abfahrtsort galt die belgische Küste wegen starker Strömungen und der größeren Entfernung als wenig geeignet. Nun sprechen örtliche Amtsträger von einem klaren Verlagerungseffekt. Der Bürgermeister von Middelkerke, Jean-Marie Dedecker, macht dafür die strengere Durchsetzung auf französischer Seite verantwortlich.

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