Messergewalt: Wo ist eigentlich Friedrich Merz?

vor etwa 1 Jahr

Messergewalt: Wo ist eigentlich Friedrich Merz?
Bildquelle: Apollo News

Die Normalisierung von Messergewalt in Deutschland ist abgeschlossen. Politiker gehen nach Messerangriffen nicht mal mehr zur Tagesordnung über – Messerangriffe sind an der Tagesordnung. Da muss man nichts zu sagen, man würde sich ja auch nur den Mund fusselig reden. Statt in Bielefeld am Tatort eines Messeranschlags Anteil- oder wenigstens Kenntnisnahme zu zeigen, feiert NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst in Köln den Aufstieg des FC. Es war ja auch nichts Wichtigeres, um das man sich hätte kümmern müssen.

Vielleicht geht es Hendrik Wüst auch einfach wie vielen von uns: Seit Jahren stumpft der stete Tropfen an Berichten über Messeranschläge, Messermorde und andere Delikte ab. Man hat sich an solche Taten gewöhnt. Und man erinnert sich eh nur noch grob an die mechanischen Bausatz-Statements, die es schon von Scholz und Faeser gab.

Ein Mann allerdings wollte da anders sein, oder tat zumindest so: Friedrich Merz. Nach dem Anschlag in Solingen etwa sagte er aus dem Brustton der Überzeugung heraus „Es reicht.“ – und sprach damit dem Land aus der Seele. Nach dem Angriff von Aschaffenburg stellte sich Merz empört vor die Presse und fragte im Bundestag geradezu pathetisch, was denn noch passieren müsse. Er und seine Union kamen aus dem Verurteilen, dem Aufrufen und dem Schimpfen gar nicht mehr heraus.

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