Unabhängig davon, was man von Markus Söder halten mag: Bayerns Ministerpräsident ist im Vergleich mit Friedrich Merz der fähigere Politiker. Ein Politiker kann der kompetenteste und rechtschaffenste Mensch der Welt sein – wenn er nicht den nötigen Instinkt hat, ist er nichts wert, weil er keine seiner Ideen umsetzen kann. Machiavelli hat das folgendermaßen ausgedrückt: Der Fürst muss ein Löwe sein, um seine Feinde zu schrecken; und er muss ein Fuchs sein, um den Fallen auszuweichen, die man ihm legt. Er muss Mut haben, um seine Vorhaben gnadenlos zu verfolgen – und er muss die nötige Intelligenz besitzen, um zu wissen, wann er Löwe und wann er Fuchs ist.
Der beschworene Machtinstinkt ist deswegen ein Mosaikwerk. Es geht nicht nur um Druck, um Erpressung, um Ausmusterung – sondern auch darum, anschmiegsam und opportunistisch zu sein, Allianzen zu schmieden, wenn sie nützen, und einen Pakt aufzulösen, wenn er schadet. Wenn man dies alles zusammennimmt: Auf wen treffen diese Qualifikationen eher zu? Auf Merz oder Söder? Und was folgt daraus?
Merz hatte einen der dankbarsten Wahlkämpfe der CDU-Geschichte. Die Ampel geht womöglich als unpopulärste Bundesregierung der jüngeren deutschen Geschichte ein. Die wirtschaftliche Lage ist katastrophal. Der Anführer der Grünen ist dafür verantwortlich. Der amtierende Bundeskanzler ist unpopulär. Das Land gilt wieder als der kranke Mann Europas. Und am wichtigsten: Die CDU ist in einer historischen Ausnahmesituation nicht in der Verantwortung.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










