Der glück- wie instinktlose Friedrich Merz hat in den Sesselchen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung – quasi unter Freunden – wieder mal einen Satz rausgehauen, der den ganzen Hochmut dieser Kaste in sich trägt. „Mensch, wir können doch alle dem Herrgott dankbar sein, dass wir in einem solchen Land leben wie der Bundesrepublik Deutschland.“ und „Sagen Sie mir mal spontan zwei, drei, vier, fünf andere Länder, wo es besser ist als in unserem Land hier in der Bundesrepublik Deutschland …“ Genau so redet eine politische Klasse, die jeden Kontakt zur Wirklichkeit verloren hat. Genau so redet eine CDU, die dieses Land über zwei Jahrzehnte verschlissen und hauptverantwortlich ruiniert hat und nun so tut, als sei der Bürger bloß zu doof, um das Glück seiner Lage noch zu erkennen.
Wofür soll man denn ganz genau dankbar sein, Herr Merz? Für ein Land, das die Union unter Angela Merkel und mit ihren langen Schatten bis heute systematisch entkernt und in seinen Grundfesten zerstört hat. Für eine Republik, deren Reserven durch eine kriminelle oder unfähige oder beides Politik geplündert, deren Ordnung aufgeweicht, deren Leistungsfähigkeit ausgehöhlt und deren Zukunft auf Kredit verfrühstückt wurde. Die CDU hat von der Substanz gelebt wie ein fettes Erbenkind, der das Haus der Eltern Stück für Stück versetzt und sich am Ende darüber wundert, dass es hereinregnet und nichts mehr im Kühlschrank ist.
Man kann den Abstieg Punkt für Punkt in allen Stationen besichtigen. In der Energiepolitik etwa, diesem Monument der politischen Feigheit. Der Atomausstieg war kein Naturereignis. Er war ein unionsgetriebener Beschluss – und ein historisches Verbrechen an dem Land, für das sich noch Gerichte werden finden müssen. Er basierte auf Panik, Opportunismus und dem Willen, sich dem hysterischen grünen Zeitgeist zu unterwerfen. Heute nennt Merz das einen schweren Fehler, erklärt aber zugleich, da kann man leider nix machen, die alten Kraftwerke seien verloren, und das Land müsse nun Gaskraftwerke hochziehen und womöglich Kohle länger laufen lassen. Erst hat die CDU die verlässliche Strombasis zerstört, dann verlangt ihr heutiger Kanzler Dankbarkeit – wohl für den ruinös teuren Notbetrieb. Das ist das Eingeständnis eines selbst verschuldeten Verwüstungsschadens.
Dann der abgeräumte und vernichtete Industriestandort. Deutschland war einmal ein Land, das sich auf seine Ingenieure, seine Fertigung, seine Energieversorgung und seine Verlässlichkeit verlassen konnte. Unter unionsgeführten Jahren mit den Lippen am Gesäß der Grünen wurde daraus Schritt für Schritt ein Land der Kostenexplosion, der Unsicherheit und der Abwanderung. EY meldete für 2025 weiter sinkende Industrieumsätze und weiter schrumpfende Beschäftigung. Seit 2019 sind in der Industrie rund eine Viertelmillion Stellen verschwunden. In der Autoindustrie fiel die Beschäftigung auf den niedrigsten Stand seit vierzehn Jahren. Das ist kein Betriebsunfall. Das ist die Bilanz einer Politik, die mit Klimaideologie, Abgabenlast, Energieirrsinn und Bürokratiepanzer den produktiven Kern dieses Landes beschädigt hat. Und die CDU war dabei nicht Zuschauer, sondern Hauptakteur.
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