Vatikan: Engel dürfen nicht aussehen wie Giorgia Meloni

vor 6 Monaten

Vatikan: Engel dürfen nicht aussehen wie Giorgia Meloni
Bildquelle: Tichys Einblick

Was als Restaurierungsarbeit begann, entwickelte sich binnen weniger Tage zu einer emotional geführten Debatte über den Umgang mit sakraler Kunst, politische Symbolik und persönliche Verehrung. Das betroffene Fresko befindet sich über einer Marmorbüste des letzten italienischen Königs Umberto II., der nach dem Ende der Monarchie 1946 ins Exil ging. Zwei Engel flankieren die Darstellung: Einer reicht dem gestürzten Monarchen die Krone, der andere hält eine Schriftrolle mit den Umrissen Italiens. Genau dieser Engel sorgt nun für Aufsehen. Nach der jüngsten Restaurierung trägt er unverkennbar die Gesichtszüge des heutigen Premiers – inklusive markanter Mimik und Frisur.

Bekannt wurde der Fall, nachdem die renommierte Tageszeitung La Repubblica darüber berichtete. Schnell rückte ein ehrenamtlicher Helfer der Kirche in den Fokus: der Römer Bruno Valentinetti. Er gab zu, das Fresko überarbeitet zu haben, wies jedoch jede politische Absicht von sich. Auf Nachfrage erklärte er ausweichend, niemand könne mit Sicherheit sagen, wen der Engel darstelle. Kunsthistoriker widersprechen jedoch: Die Ähnlichkeit sei „zu präzise, um Zufall zu sein“.

Während sich in sozialen Netzwerken Spott, Empörung und Belustigung mischten, nahm Meloni selbst die Sache demonstrativ gelassen. Auf Instagram veröffentlichte sie ein Foto des Engels und kommentierte es mit einem lachenden Smiley: Sie sehe sich selbst ganz sicher nicht als Engel. Kritiker aus dem linken politischen Spektrum warfen dem Urheber hingegen Respektlosigkeit gegenüber Kirche und Kunst vor und warnten vor einer Politisierung sakraler Räume.

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