Giorgia Meloni: Die Frau, die Italiens politisches Gesetz der Schwerkraft aushebelt

vor etwa 1 Monat

Giorgia Meloni: Die Frau, die Italiens politisches Gesetz der Schwerkraft aushebelt
Bildquelle: Tichys Einblick

Warum dieser Tage selbst die „Times“ inzwischen anerkennend auf Rom blickt? Italienische Regierungen hatten lange die Halbwertszeit eines Espressos auf der Theke einer Autobahnraststätte. Kaum serviert, schon wieder verschwunden. Seit Gründung der Republik 1946 brachte es das Land auf 68 Regierungen – eine Chronik permanenter Krisen, Koalitionsbrüche und Machtwechsel.

Heute steht ausgerechnet Giorgia Meloni an der Spitze der langlebigsten Regierung der republikanischen Nachkriegsgeschichte. Und dies trotz aller Anfeindungen nach wie vor.

Eine politische Ironie, die vor wenigen Jahren selbst Anhänger kaum zu prognostizieren gewagt hätten. Für die Opposition heißt das, sich weiterhin die Zähne auszubeißen, besonders die Feministinnen von linksgrün können es kaum ertragen, dass eine resolute Frau wie Meloni an der Macht ist. Ja, die Opposition steht ein Jahr vor der Wahl, vor einem strategischen Scherbenhaufen.

Als die Vorsitzende der Fratelli d’Italia(FdI) im Herbst 2022 in den Palazzo Chigi einzog (TE berichtete von dort), dominierten düstere Vorhersagen die internationale Berichterstattung. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen wollte Einfluss nehmen, und ersponn Horrorszenarien und eine Drohkullisse. Viele europäische Kommentatoren sahen Italien am Beginn einer Phase der Unsicherheit. Andere erwarteten eine kurze Regierungszeit, belastet von wirtschaftlichen Problemen, internationalen Konflikten und den üblichen Fliehkräften der italienischen Politik.

Doch knapp vier Jahre später, müssen selbst viele Kritiker ihre Einschätzungen korrigieren.

Sogar die britische Times – wahrlich kein Hausblatt der europäischen Rechten – kommt inzwischen nicht mehr an einer Tatsache vorbei: Die Frau, die einst als Risiko galt, beschreibt sie heute als Stabilitätsfaktor. Das Blatt würdigt die außergewöhnliche Dauer ihrer Regierung und verweist darauf, dass Italien zum ersten Mal seit Jahrzehnten politische Kontinuität erlebt. Applaus, Applaus für Giorgia.

Aus der angeblichen Gefahr für Europa wurde für viele Beobachter eine der verlässlichsten politischen Konstanten des Kontinents. Das allein wäre bereits bemerkenswert. Doch die eigentliche Frage lautet: Warum, ist das so?

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