Es gibt wenige Bundespolitiker, die aktuell einen schwereren Stand haben als CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann. Seit Beginn der schwarz-roten Regierung spielt seine Vorstellung von „CDU pur“ realpolitisch keine Rolle mehr. Während er sich in den vergangenen Monaten häufig in Zurückhaltung übte, polarisiert er nun mit Aussagen zur Rundfunk-Abschaffung und Bürgergeld Betrügern. Es könnte sein letztes Aufbäumen im Ringen um die Kernpositionen der CDU sein. NIUS hat das Vorgehen des Generalsekretärs analysiert und wagt einen Blick in die Zukunft.
„Wir müssen unser Sozialsystem resilienter machen und vor dem Missbrauch durch kriminelle Banden schützen“, sagte Carsten Linnemann der Funke-Mediengruppe. Mit diesem Satz bezog er sich vor allem aus Nutznießer aus dem innereuropäischen Ausland.
Wer nach Deutschland komme, um nur ein paar Stunden in der Woche regulär zu arbeiten und dann den Rest mit Bürgergeld aufzustocken, solle zukünftig leer ausgehen. Auch wer eine zumutbare Arbeit ablehnt, dürfe keinerlei Leistungen mehr erhalten, so Linnemann. Und: Eine Reform des Bürgergelds „wird in diesem Herbst kommen müssen.“
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Außerdem ist ihm ein Dorn im Auge: Schwarzarbeit. Linnemann forderte deshalb, hohe Geldstrafen gegen die Auftraggeber zu verhängen. „De facto sprechen wir über organisierte Kriminalität, über Machenschaften, die unsere Sozialsysteme systematisch ausplündern“, so der Generalsekretär.
Doch nicht nur den Sozialsektor nahm Linnemann ins Visier. Am Freitag attackierte er den öffentlich-rechtlichen Rundfunk für seinen Umgang mit der Causa Ruhs. Der Generalsekretär sieht darin einen neuen „Tiefpunkt in Sachen Debattenkultur in Deutschland“, sagte er im Gespräch mit Welt-TV. Viele Bürger hätten bereits das Gefühl, „man darf nicht mehr alles sagen, ansonsten wird man in eine bestimmte Ecke gestellt“, so Linnemann.
Seine Idee: Der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsse sich auf seinen Kernauftrag in den Bereichen Kultur, Bildung und Informationen fokussieren, bestehende Strukturen sollen zusammengeführt und damit verschlankt werden.
Der Vorschlag ist nicht neu. In sehr ähnlicher Weise präsentierte er dieses Reformkonzept bereits im März 2021 als Vorsitzender der Mittelstands- und Wirtschaftsunion. In der Pressemitteilung von damals heißt es: „Das Konzept sieht vor, den ÖRR einer Aufgaben- und Strukturkritik zu unterziehen und Mehrfachstrukturen zu reduzieren“. Dadurch verspreche man sich eine effizientere Organisation und in der Folge mehr Einsparungen.
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