Berlin war einmal die Hauptstadt der Freiheit – ein Ort, an dem das Wort „SED“ nicht als Bündnispartner klang, sondern als Mahnung. Heute, unter dem regierenden CDU-Bürgermeister Kai Wegner, sieht es anders aus. Auch wenn er mit dem Anspruch antrat, dem notorischen Linksdrall der Stadt wirklich ein Ende zu setzen – man denke an die Silvestereskalationen – liefert Wegner sie nun doch ausgerechnet jenen Kräften aus, die sie einst in Unfreiheit geführt haben. Ob aus taktischem Opportunismus, ideologischer Verirrung oder schlichter Feigheit: Kai Wegner macht faktisch linke Politik – und holt damit die SED, umetikettiert als „Die Linke“, wieder in die Schaltstellen der Macht.
Es ist noch nicht lange her, da musste die Berliner Linkspartei um ihren Einzug ins Stadtparlament bangen: Bei 5 Prozent lag sie etwa am 20. November 2024. Aktuelle Umfragen führen sie bei 19 Prozent (Infratest dimap, Juni 2025) – ein Sprung um 14 Prozentpunkte. Damit liegt sie plötzlich wieder klar vor SPD (14 Prozent) und Grünen (15 Prozent), und liegt nur noch knapp hinter der CDU. In Kombination kommt Rot-Rot-Grün auf rund 48 Prozent und wäre damit wieder mehrheitsfähig. Ein Albtraum für bürgerliche Wähler – den Kai Wegner zu verantworten hat.
Der Tiefpunkt kam in dieser Woche: Kai Wegner schloss einen folgenreichen Pakt mit der Linkspartei. Gemeinsam mit SPD, Grünen – und eben der SED-Nachfolgerin – beschloss die CDU eine umfassende Verwaltungsreform, die eine Verfassungsänderung erforderte. Ausgerechnet jene Partei, die aus dem DDR-Regime hervorgegangen ist, wurde bereitwillig ins Boot geholt. Fraktionschef Dirk Stettner lobte den gemeinsamen Vorstoß gar als „historische Reform“.
Wegner hat der Berliner Linkspartei damit nicht nur bürgerliche Anschlussfähigkeit bescheinigt, sondern sich auch jener bürgerlichen Argumente beraubt, die jahrzehntelang zum Wesenskern der Union gehörten. Im kommenden Wahlkampf (September 2026) wird er die Linke nicht mehr als umbenannte SED bekämpfen können, ohne sich in Selbstwidersprüche zu verwickeln, da er sie auf X ausdrücklich als Teil der „demokratischen Fraktionen“ bezeichnet hat:
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