Leser-Impressionen der Weihnachtsmärkte 2025

vor 8 Monaten

Leser-Impressionen der Weihnachtsmärkte 2025
Bildquelle: Tichys Einblick

Wir luden Sie, werte Leser, ein, uns Ihre Eindrücke, Assoziationen und Bilder vom Besuch des Weihnachtsmarktes in Ihrer Stadt zu schicken. Herrscht noch die ersehnte, romantisch verklärte Stimmung, die uns für eine Weile dem Alltag entrückt oder wird das vorweihnachtliche Ambiente durch Betonbarrieren, Absperr-Ungetüme, Barrikaden, Sicherheitschecks, Patrouillen krass zerstört? Lassen wir die Eindrücke, die Sie zusammengetragen haben, auf uns wirken.

Dr. Georg Binzenbach, Köln Friesenplatz und Rudolfplatz, 21.11.2025

Friesenplatz und Rudolfplatz, 21.11.2025

Robert Weihmann, Berlin Das Hinweisschild, was alles auf dem Berliner Weihnachtsmarkt am Schlossplatz in Berlin-Mitte 2025 nicht erlaubt ist. Man beachte, dass beim Schusswaffen-Verbotsschild eine H&K MP5 abgebildet ist, die Waffe darunter könnte eine Beretta 9mm sein. Detaillierter geht es kaum. Die Auftraggeber dieses Verbotsschildes sind sich also im klaren, dass Weihnachtsmärkte Angriffsziele schwerstbewaffneter Terroristen sein könnten. Interessant auch das Schild, welches „Substanzen und Flüssigkeiten, die das Wohlbefinden und die Gesundheit beinträchtigen“ verbietet.Dann gibt es dort offenbar auch keinen Glühwein und keinen Grog?Die einzige Frage, die ich habe ist: Warum gibt es kein Verbotsschild, welches Autos und Lastwagen verbietet, in den Weihnachtsmarkt hineinzufahren?

Wolfgang Kahlke, Kerpen  Gestern besuchte ich mit meiner Frau die Kölner Innenstadt und einige der Weihnachtsmärkte sowie deren Umfeld. Hier meine Eindrücke, die ich gerne teilen möchte:Auf dem Weg zum Roncalliplatz am Dom kamen wir am Wallraff Richartz Museum vorbei. Eine szenische Darstellung des Verfalls der deutschen Infrastruktur durch die Stadt Köln. Die Standbilder der Herren Wallraff und Richartz sitzen hinter den Gittern eines Bauzauns, der das gesamte Museum umzieht. Sicherheitshalber wurde ein Hinweis am Bauzaun befestigt, dass geöffnet ist. Das ist gut so, denn auf die Idee würde man sonst auch nicht kommen. Der Weihnachtsmarkt auf dem Roncalliplatz zeigt sich im Gegensatz dazu bunt und sauber mit zu lauter Musikuntermalung. Für den, der es sich leisten kann, wird hauptsächlich Essen und Trinken angeboten, es gab relativ wenige Stände mit echtem Handwerk. Die Merkel-Poller der letzten Jahre sind in Köln verschwunden und durch klappbare, mechanische Panzersperren ersetzt worden. Der eigene Sicherheitsdienst der Märkte muss diese bedienen und Hinweise geben: „Aber jetzt langsam fahren!“ Der Weihnachtsmarkt auf dem Alter Markt ist für denjenigen empfehlenswert, der sich für Kunsthandwerk interessiert, das in schön dekorierten Buden angeboten wird. Der Weihnachtsmarkt auf dem Heumarkt zeigte sich wie immer etwas krawallig, mit Eisbahn, Skihütten, Après-Ski-Feeling und unvermeidbaren Engstellen. Diese drei Weihnachtsmärkte sind durch die Lage zur Kölner Altstadt sehr touristisch und international besucht. Da wir am frühen Nachmittag die Märkte sahen, waren diese noch nicht überlaufen, wenngleich ordentlich frequentiert. Wir hatten aber nicht den Eindruck, dass viel Umsatz gemacht wurde. An sehr vielen Buden standen gar keine Kunden an. Der Einstiegspreis zur Verpflegung lag mit 5 Euro für Glühwein und Bratwurst auf allen Märkten auf der nach oben hin offenen Preisskala. Das galt auch für den Neumarkt, der nach unserer Erfahrung vor allem auch die lokale Bevölkerung anzieht und anteilmäßig weniger Touristen. Hier war viel Sicherheitsdienst unterwegs, auch Polizei-Doppelstreifen, die den langen Schlagstock griffbereit dabei hatten. Die ruhige Weihnachtsmusik und sehr schöne Dekoration des Marktes machen ihn aus meiner Sicht immer wieder empfehlenswert.

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