Leihmutterschaft – Einstieg in eine neue Form globaler Ausbeutung

vor 5 Monaten

Leihmutterschaft – Einstieg in eine neue Form globaler Ausbeutung
Bildquelle: Tichys Einblick

Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten, doch das schützt Kinder und Frauen nicht ausreichend. Auf dem CDU‑Parteitag in Stuttgart hat die Partei zwar mit klarer Mehrheit ein uneingeschränktes Verbot der Leihmutterschaft bekräftigt, zugleich aber die Zulassung der Eizellspende zur weiteren Beratung an die Unionsfraktion überwiesen. Lebensschutz‑ und Frauenrechtsorganisationen wie die Christdemokraten für das Leben (CDL) warnen: Wer die Ablehnung an einem Punkt aufweicht, bereitet den Boden für eine Praxis, durch die Frauenkörper und Kinder zum global gehandelten Gut werden.

Besonders drastisch zeigt sich das in ärmeren Weltregionen und im Blick auf Kinder, deren Bindung von Anfang an vertraglich gekappt wird. Die Frage, wie leicht sich solche Kinder später erneut ausbeuten lassen, wird in der deutschen Debatte bisher kaum gestellt.

Nach Indien, der Ukraine und Teilen Osteuropas rücken zunehmend afrikanische Länder in den Fokus des internationalen Geschäfts mit der Leihmutterschaft. Dort treffen schwache staatliche Kontrolle, Korruption und bittere Armut auf die Nachfrage wohlhabender Bestell‑Eltern aus Europa und Nordamerika. Für Agenturen ist das ideal: niedrige Kosten und Frauen, die aus materieller Not Schwangerschaften übernehmen, deren Bedingungen andere festlegen.

Die argentinische Justiz ermittelt aktuell in Dutzenden Fällen wegen Menschenhandels im Zusammenhang mit international vermittelten Leihmutterschaften, an denen auch deutsche Paare beteiligt sind.

Ein Beispiel dafür, wie rasch reproduktive Dienstleistungen in kriminelle Netzwerke kippen können. Wo Frauen ohne ausreichende Aufklärung Verträge unterschreiben, wird aus „Kinderwunschmedizin“ ein System, das auf strukturellem Zwang basiert. Wenn Afrika oder andere arme Regionen als „neue Wachstumsfelder“ für Leihmutterschaft beworben werden, heißt das übersetzt: Man sucht gezielt dort nach Frauen, deren Notlage sich in Geschäftsmodelle verwandeln lässt, damit die „Ware Baby“ besonders günstig ist.

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