Früher ein Ministerium mit 86.000 nachgeordneten Beschäftigten, heute, als einfache Abgeordnete nur noch fünf Mitarbeiter. „Wie nennt man das: Bedeutungsverlust?“, fragt Markus Lanz spöttisch. Doch eine Nancy Faeser (SPD) hält sich nach wie vor für wichtig – so wichtig, dass sie sich in ihrem Redefluss kaum bremsen lässt. Sie redet und redet und redet, sie wiederholt sich, wiederholt sich nochmal und wiederholt sich ein drittes, viertes, fünftes Mal, sie unterbricht die anderen und vor allem: Sie wirkt so ungemein selbstsicher, nachgerade selbstverliebt, dass einem angst und bange werden kann. Es dauert nur wenige Minuten bis zur wichtigsten Erkenntnis des Abends: Gut, dass diese Frau nicht mehr Innenministerin ist.
Armbinde, AfD-Gutachten, Afghanenflieger, Hessenwahl, Migrationswahnsinn, Attentate und Messergewalt – als Lanz beginnt, die vielen Faeser-Fehltritte aufzuzählen, beschleicht uns die Angst, die nachfolgenden Sendungen könnten sich bis in den Morgen verschieben.
Lanz steigert sich über die Sendung hinweg nur unwesentlich. Er erinnert Faeser an die alberne One-Love-Binde, mit der sie bei der Fußball-WM in Katar das Blut in ihrem Oberarm staute. Fast zeitgleich dann ein Robert Habeck, der in Katar den Bückling macht, um nach Erdgas zu betteln – „Wie viel Porzellan haben wir zerdeppert?“, fragt Lanz. Doch an einer Faeser prallt so ein Versuch ab.
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