„Ein Teil dieser Antworten würde die Bevölkerung verunsichern“ – jener tragisch-legendäre Spruch von Ex-Innenminister Thomas de Maizière liegt wie ein dicker, trüber Nebel über diesem Abend. Auch bei Lanz gilt: viel reden, nichts sagen. Und das möglichst ausschweifend.
Nach den üblichen 15 Minuten Trump-Bashing zusammen mit USA-Korrespondent Elmar Theveßen – worauf wir mangels Substanz nicht weiter eingehen – erweist sich vor allem Olaf Lies als wahrer Großmeister des lustvollen Gelabers. Was auch immer gerade Thema ist, der niedersächsische SPD-Ministerpräsident scharwenzelt herum, wohlfeil beklagt er betrübliche Zustände, doch er vermeidet tunlichst jeden Lösungsansatz. Man könnte ihn ja womöglich zitieren. Festnageln gar. Und wo kämen wir da hin?
Wer wissen will, warum Deutschland so aussieht, wie es gerade aussieht: Olaf Lies ist auf tragische Weise die lebende Antwort. Egal, ob es um ein höheres Renteneintrittsalter geht, um Einsparungen im Gesundheitssystem oder was auch immer – nie kommt vom einzigen Politiker in dieser Runde auch nur ansatzweise irgendeine Idee. Immer und immer wieder betont er lediglich, man müsse die Dinge als „Gesamtpaket“ betrachten. Lanz stöhnt, dass momentan die Probleme ständig nur in irgendwelche Kommissionen verschoben werden, doch Lies laviert herum wie ein Zitteraal. Man dürfe doch nicht alles separat angehen, sondern nur zusammen. Irgendwann resigniert der Moderator: „Offenbar ist das Wort des Abends das Gesamtpaket.“
Das Grundproblem fasst Journalistin Julia Löhr zusammen: Ständig werde in irgendeinem Bundesland gewählt, da wolle man schließlich keinen Wähler verärgern. Außerdem: „Ich sehe eine SPD und eine Union, die gelähmt sind von einer Angst vor der AfD.“
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