Blackbox KW 32 – Die im Dunkeln sieht man nicht …

vor 12 Monaten

Blackbox KW 32 – Die im Dunkeln sieht man nicht …
Bildquelle: Tichys Einblick

Nicht mal 30 Prozent trauen Friedrich Merz zu, „das Land durch eine Krise zu führen“. Man könne ihm nicht vertrauen, gibt eine deutliche Mehrheit zu Protokoll, nicht mal anständig kommunizieren könne der Merz. Vox populi, vox Rindvieh, wie Franz-Josef Strauß selig unangenehme Umfragen zu kommentieren pflegte? Für die Rindvieh-These spricht, dass eine Mehrheit der SPD-Anhänger mit der Regierung unzufrieden ist, obwohl die alles tut, was die SPD will.

♦ Selbst auf seinem Lieblingsfeld, der Weltpolitik, kann Merz keine Punkte machen. Als er schwadronierte, Israel erledige im Nahen Osten die „Drecksarbeit“, war das Geschrei der einen Seite groß, nun, als Merz ankündigt, Schland liefere keine Waffen an Israel, die in Gaza eingesetzt werden könnten, kriegt sich die andere Seite nicht mehr ein. Der Zentralrat der Juden ist empört, Netanjahu sah sich zur Stellungnahme genötigt. Roderich Kiesetter, die letzte Autorität der Union in militärischen Fragen, findet, „einem Freund wie Israel müsse man zutrauen, das Völkerrecht einzuhalten“. Die CSU fühlt sich bei der Entscheidung übergangen, und die Springer-Presse telefoniert alle Unionshinterbänkler für eine empörte Stellungnahme ab. Irgendwie hat Fritz jetzt gar keine Freunde mehr (außer Thorsten).

♦ Wirklich interessant ist das Thema nur innenpolitisch (oder glauben Sie ernsthaft, Israel bräuchte von Schland Waffen, die es anderswo nicht kaufen könnte?). Denn offenbar hat sich Fritz, unser Franz von Papen, mal wieder von den Genossen vorführen lassen. Er soll das „Israel-Embargo“ als Wiedergutmachung angeboten haben, weil Unionisten die SPD-Kandidatin Frauke Brosius-Gersdorf fürs Verfassungsgericht durchfallen ließen.

♦ Den Vorwurf, dass der Gatte besagter Dame womöglich ihre Dissertation geschrieben hat, können wir hier nicht klären. Aber menschlich ist die Frauke doch anständig geblieben. So lobt sie ihren Ehemann in der Widmung: „Sein Anteil am Gelingen Dieser Arbeit ist nicht hoch genug einzuschätzen.“

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