„Kurs nach links rücken“: Grüne Jugend erhöht den Druck auf die Parteiführung

vor 8 Monaten

„Kurs nach links rücken“: Grüne Jugend erhöht den Druck auf die Parteiführung
Bildquelle: Apollo News

Kurz vor Beginn des Bundesparteitags der Grünen in Hannover erhöht die Grüne Jugend den Druck auf die Parteiführung. Co-Vorsitzender Luis Bobga fordert eine deutliche inhaltliche Neuausrichtung und wirft den Grünen vor, zentrale Konflikte zu vermeiden. Man wolle „Debatten und den Kurs der Partei nach links [zu] rücken,“ sagte er der Süddeutschen Zeitung. Die Grünen agierten zu vorsichtig und liefen Gefahr, ihr politisches Profil zu verlieren.

Als Beispiel nennt Bobga die Stadtbild-Debatte um Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Empörung der Partei sei seiner Ansicht nach nicht weit genug gegangen. Merz’ Formulierung sei „rassistisch“ gewesen, sagte er. Die Grünen hätten sich nicht getraut, das klar auszusprechen. Das sei „eine verpasste Chance“, um „Profil zu gewinnen“ und sich „auf die Seite derer zu stellen, die Solidarität brauchen“.

Die Parteiführung hatte die Aussage des Kanzlers medienwirksam scharf kritisiert. Zahlreiche Grünen-Politiker sowie Verbände riefen zu Demonstrationen auf. Fraktionschefin Katharina Dröge fragte im Bundestag: „Wie sieht man denn das ‚Problem‘ außer an der Hautfarbe der Menschen? Die Äußerung sei „verletzend, diskriminierend und unanständig“. Grünen-Chef Felix Banaszak sprach von einem „fatalen Signal“. Merz’ Worte seien „respektlos“, „gefährlich“ und „eines Kanzlers unwürdig“. Gleichzeitig warnte Banaszak gegenüber der Funke-Mediengruppe davor, reale Missstände auszublenden. Es gebe auch „kriminelle Gruppen auch aus migrantischen Familien“. Offenbar war gerade dieser Hauch von Realitätssinn dem linken Flügel ein Dorn im Auge.

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