Noch vor wenigen Jahren galt die Kohle als das „Auslaufmodell“ der globalen Energiegeschichte. NGO-Vertreter hatten es geschafft, Kohle als „schmutzige“ Energieform zu diskreditieren, vielleicht, weil sie so schwarz ist und man sich beim Anfassen die Hände schmutzig macht.
Gipfeltreffen wie die COP26 in Glasgow beschworen gar das Ende des fossilen Zeitalters, und Industrienationen wie Großbritannien feierten 2024 den kompletten Ausstieg aus der Kohleverstromung. In Deutschland sprengen Grüne mit Genuss Kohlekraftwerke in die Luft.
Doch im März 2026 ist die Welt eine andere. Der „Schwarze Schwan“ Iran hat das globale Energiegefüge zerrissen und die Kohle, den vermeintlichen „Bogeyman“ der Klimaschützer, zurück ins Zentrum der Macht gerückt.
Der Auslöser für das massive Kohle-Revival ist die Eskalation im Nahen Osten. Der Krieg blockiert nicht nur die Straße von Hormus, das Nadelöhr für ein Fünftel der weltweiten LNG-Versorgung, gezielte Angriffe haben auch die katarischen Gasförderanlagen schwer beschädigt. Da Experten davon ausgehen, dass der Wiederaufbau der Kapazitäten in Katar mindestens drei Jahre dauern wird, ist Erdgas als „saubere Brückentechnologie“ über Nacht unbezahlbar und unzuverlässig geworden.
In dieser Krise zeigt sich ein gnadenloser technologischer Darwinismus: Länder, die ihre Kohlekapazitäten behalten haben wie China, Indien oder noch Deutschland in der Reserve, können „umschalten“. Länder, die den Ausstieg ideologisch forciert und die Infrastruktur physisch rückgebaut haben wie Großbritannien, stehen vor dem energetischen Nichts.
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