Wie die Kirchenleitung Christen in den Kirchenaustritt treibt

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Wie die Kirchenleitung Christen in den Kirchenaustritt treibt
Bildquelle: Tichys Einblick

„Eine Regierung der AfD, wenn es dazu käme, kann in Sachsen-Anhalt einiges an Schaden anrichten. Und ich hoffe, dass die Menschen, die wählen gehen, sich nicht täuschen lassen. Die Alternative für Deutschland ist keine Alternative. Sie spaltet die Gesellschaft und hat keine Antworten auf die großen Fragen und Herausforderungen unserer Zeit.“ Mit dieser spaltenden Botschaft tingelte der Präses der Rheinischen Landeskirche, Thorsten Latzel, in fest geschlossener Reihe mit anderen Kirchenfürsten wochenlang durch die Medien. Indem Latzel der AfD jedwede Kompetenz abstreitet, wertet er große Teile der Bevölkerung als demokratieunfähig ab. Wenn 44 Prozent eine Partei wählen, die keinerlei Antworten auf die Fragen unserer Zeit hat, dann ist die Demokratie am Ende. Demokratie = „Volksherrschaft“ lebt von der Wertschätzung der Bürger und nicht von deren kirchlicher Verachtung.

Wie begründet der Kirchenführer auf seinem Facebook-Account seinen parteipolitischen Aktivismus? „Als Christin, als Christ kann man politisch unterschiedlichster Meinung sein. Es ist nicht die Aufgabe der Kirche, sich parteipolitisch einzumischen. Aber es ist unsere Aufgabe, ethische Orientierung zu geben und rote Linien zu benennen.“ In meinen Worten: Weil die AfD „rote Linien“ überschreite, darum muss die Kirche tun, was sie gar nicht tun darf, nämlich glasklare Wahlempfehlungen mit Heiligenschein geben.

In der bundesdeutschen Demokratie ist aber nicht die Kirche, sondern das Bundesverfassungsgericht die Instanz, die nach ausführlichen, unabhängigen und fairen Verhandlungen gut begründet über die grundgesetzlich gesetzten roten Linien bei den Parteien zu walten hat. Latzel scheint nichts von dieser Bestimmung des Rechtsstaates zu halten und schwingt sich eigenmächtig als Kirchenfürst zum obersten Richter über die Parteien auf. Es ist schon mehr als merkwürdig, wie ein führender Vertreter einer „Körperschaft des öffentlichen Rechts“ (KdöR) das Recht in aller Öffentlichkeit missachtet.

Latzel nennt seine demokratie- und rechtstaatsverachtenden Äußerungen allerdings „Orientierung“. Mit der Einleitung von „Deshalb: Zur Orientierung:“ formuliert er am 29. August 2026 auf seinem Facebook-Account sieben kurze Sätze, mit denen er meint, die Sache mit der AfD abschließend geklärt zu haben. Ich erlaube mir, mit kurzen Anmerkungen seine Argumentation zu hinterfragen. Als protestantischer Christ halte ich mit Martin Luther daran fest, dass Bischöfe und Synoden gewaltig irren können.

Erste Latzel-„Orientierung“: „Es ist nicht christlich, völkisches Denken oder Nationalismus zu verbreiten.“

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