Kinder des Abendlands

vor 5 Monaten

Kinder des Abendlands
Bildquelle: Apollo News

„Wir werden immer ein Kind Europas sein“, sagt Marco Rubio auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Die alte und die neue Welt würden „den tiefsten Bund teilen, den es zwischen Nationen geben kann“, und müssten zusammenfinden, um unsere „stolze Zivilisation wiederaufzubauen“.

Für viele deutsche Kommentatoren ist es eine zweischneidige Rede – positiv wird gerade noch das Bekenntnis zum transatlantischen Bündnis gesehen. Schwer verständlich ist für viele Rubios Geschichtsverständnis. Die sicherheitspolitische Sprecherin der Grünen, Sara Nanni, vergleicht die Rede mit dem Nationalsozialismus, Rubio habe „Blood-and-honor Gaslightening“ als Rede erfunden.

Als Friedrich Merz vor einigen Monaten vom Ende des „normativen Westens“ sprach, zeigte sich, dass er und so viele in Deutschland den Westen nur noch als realpolitisches Konstrukt ansehen, als etwas Notwendiges und Praktisches, das aber so schwach ist, dass einzelne Politiker es zerstören könnten. Dabei hängt die Bindung zwischen den westlichen Nationen weitaus weniger an der NATO oder der EU – wesentlich bedeutender für die europäisch-amerikanische Verbundenheit als Obama, Trump oder selbst Kennedy sind Augustus, Petrus, die Agora und der Gesellschaftsvertrag.

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