Deutschland ist von der Realität umzingelt. Microsoft beauftragt Constellation Energy in einem 20-jährigen Stromabnahmevertrag, einen 1-Gigawatt-Block des Kernkraftwerks „Three Mile Island“ als „Crane Clean Energy Center“ wieder anzufahren. Das abgeschaltete 800-Megawatt-Kernkraftwerk „Palisades Nuclear Generating Station“ soll reaktiviert werden – unter anderem für KI. Start-ups wie Copenhagen Atomics oder TerraPower entwickeln neuartige Reaktoren. In China sind 37 Kernkraftwerke mit einer Gesamtleistung von 43 Gigawatt im Bau. Die EU-Staaten Polen, Griechenland und Niederlande planen den Einstieg in die Kernenergie. Und die Einschläge kommen näher: EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen – die seinerzeit für das deutsche Kernenergie-Aus stimmte – bezeichnet den Atomausstieg inzwischen als „strategischen Fehler“. Was tun?
Es mehren sich die Stimmen für ein Rückbaumoratorium stillgelegter Reaktoren. In einem CDU-Papier steht: „Ob ein Wiederanfahren der sechs zuletzt stillgelegten Reaktoren in Deutschland technisch möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist, muss von der neuen Bundesregierung zeitnah zeitnah bewertet und entschieden werden.“ Bislang ohne Folge. Erzählungen über Wunderreaktoren wie „Dual-Fluid“ machen die Runde. Optimistische Naturen setzen gar auf Kernfusion als vermeintlich saubere Alternative zur „schmutzigen“ Kernspaltung.
Brauchen wir jetzt einen staatlich orchestrierten Wiedereinstieg in die Kernenergie? Sollen stillgelegte Kernreaktoren mit Steuergeld reaktiviert werden? Sollte der Staat mit dem Geld der Steuerzahler die Demonstration neuer Reaktortypen fördern? Oder darf es gar ein Atomstrom-Einspeisegesetz à la EEG sein?
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