Katastrophenzahlen: Gastronomie im freien Fall

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Katastrophenzahlen: Gastronomie im freien Fall
Bildquelle: Tichys Einblick

Folgender Kalauer ist unvermeidlich: Angesichts der Zahlen aus der deutschen Gastronomie bleibt einem der Bissen im Halse stecken. Um 7,1 Prozent implodierte der reale Umsatz in deutschen Restaurants, Bistros und Kneipen im Mai gegenüber dem Vorjahresmonat. Die Zahlen stammen vom Statistischen Bundesamt und beziehen sich auf die aktuellste Erhebung, die derzeit vorliegt. Im gleichen Zeitraum schrumpfte der reale Umsatz des gesamten Gastgewerbes – also von Hotellerie, Gastronomie und Catering – um 6,0 Prozent.

Auch die Hotellerie geriet mit einem realen Umsatzminus von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat kräftig unter Druck. Die Deutschen versuchen, ihr Geld zusammenzuhalten und dennoch auf Urlaub nicht vollständig zu verzichten. All-inclusive-Angebote boomen, während vor Ort immer weniger konsumiert wird. Im vergangenen Jahr gaben die Deutschen rund fünf Prozent weniger für Gastronomieleistungen im Urlaub aus. Zunehmend werden auch inländische Reiseziele einer Auslandsreise vorgezogen. Der Wandel ist längst im Alltag angekommen: Immer mehr deutsche Haushalte schnallen den Gürtel enger.

Von einer Trendwende beim Konsum, einer Stabilisierung der ökonomischen Lage der Haushalte auf breiter Front, kann auch im laufenden Jahr beileibe nicht die Rede sein. Im Vergleich zum Vormonat April fielen die Umsätze des Gastgewerbes um rund zwei Prozent, in der Gastronomie um 1,9 Prozent. Nichts deutet darauf hin, dass sich der freie Fall der deutschen Ökonomie abbremsen würde.

Bemerkenswert ist dabei: Nie in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik hat eine Bundesregierung absolut und in Relation zum Bruttoinlandsprodukt ein größeres Schuldenvolumen mobilisiert, um zumindest ein konjunkturelles Strohfeuer zu entfachen und in einem für die Regierung wichtigen Wahljahr die Illusion von Stabilität und Prosperität zu erzeugen. Über 525 Milliarden Euro gibt der Bund in diesem Jahr aus. Hinzu kommen rund 50 Milliarden Euro aus dem schuldenfinanzierten Sondervermögen sowie die Verdopplung des Wehretats auf über 110 Milliarden Euro, was der Rüstungsindustrie immerhin einen nie dagewesenen Boom beschert.

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