Die meisten Krankenkassen entscheiden kurz vor Weihnachten über die weitere Höhe des Beitragssatzes. Die Erhöhungen folgen dann zum Jahreswechsel. Doch die Finanznot der Kassen ist akut. Deswegen heben einige Kassen ihre Beiträge schon jetzt an. Immer mehr nähern sich der Schallmauer von insgesamt 19 Prozent. Die Knappschaft hat diese Mauer schon durchbrochen. Das müsste der SPD unangenehm sein. Viele ehemalige Bergarbeiter sind bei der Knappschaft versichert. Sie ist daher dort stark verbreitet, wo es viele SPD-Wähler gibt. Vielmehr: ehemalige SPD-Wähler. Es gibt Gründe für den Absturz der einstigen Arbeiterpartei, einer ist ihr ehemaliger Gesundheitsminister Karl Lauterbach, unter dem die Beiträge so explodiert sind wie nie zuvor.
Diese Entwicklung geht weiter. Anfang Oktober hat die BKK Herkules laut Stiftung Warentest den Beitrag um 0,9 Prozentpunkte auf 18,98 Prozent erhöht. Zwischenzeitlich lag sie damit auf dem dritten Rang der teuersten Kassen. Vor ihr die Knappschaft und die BKK24 mit 18,99 Prozent. Gelingt Lauterbachs Nachfolgerin Nina Warken (CDU) nicht die Kehrtwende, dürften weitere Kassen Richtung 19-Prozent-Schallmauer vorstoßen.
Mit 1,8 Milliarden Euro sollen die Kliniken den größten Teil des Päckchens füllen. Damit beteiligt sich Warken am Lieblingssport der Regierung Friedrich Merz (CDU): dem Hütchenspiel. Zwei Milliarden Euro erhalten die Kliniken im Jahr aus dem „Sondervermögen“. Die sollen sie jetzt fast komplett an die Kassen weitergeben. Der Bürger mag sich an den geschickten Fingern der Regierung freuen, gewinnen kann er dabei nichts.
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