Kapital auf der Flucht

vor 9 Monaten

Kapital auf der Flucht
Bildquelle: Tichys Einblick

Hohe Energiekosten und eine groteske Regulierungsdichte bei turmhohen Abgaben treiben das Kapital aus Deutschland in die Arme anderer Standorte. Die Bundesregierung versucht mit staatlicher Nachfrage, den Kapitalfluss umzukehren – hat aber nicht begriffen, dass am Ende nur bessere Rahmenbedingungen ausschlaggebend sind.

Die Archive von Wirtschaftsforschungsinstituten über die Deutsche Bundesbank bis hin zu Ämtern wie Destatis sind reich an ökonomischen Statistiken. Auffallend ist, dass die Suche nach der wirklich entscheidenden Ziffer, der Bewegung von Investitionskapital, nur schwer ermittelbar ist. Es hängt politisch zu viel daran, da sie die Schwächen nationaler Politik gnadenlos offenlegt. Hier stimmen Unternehmen mit den Füßen über die Standortbedingungen ab.

Das aktuellste Zeugnis liegt uns aus dem Jahr 2024 in einer Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW) vor, die sich auf das Zahlenwerk der Deutschen Bundesbank bezieht.

Diese berechnet den Wert der Netto-Direktinvestitionen über ihren Auslands-Account durch Kapitalflussrechnungen, indem sie die Auslandsinvestitionen deutscher Unternehmen den Nettoveränderungen ausländischer Investitionen am deutschen Standort gegenüberstellt. Für 2024 ergibt sich ein alarmierender Wert: Ein Abfluss von 64,5 Milliarden Euro an Direktinvestitionen – eine glatte Sechs für die Bundespolitik.

Dabei sei noch einmal betont: Es handelt sich um Firmenkapital und Beteiligungen, die unmittelbar in ökonomische Aktivität umgesetzt werden, Jobs schaffen und Wohlstand generieren. Kein rasch flottierendes Börsenkapital, das sich von kleinen Zins- oder Devisenkursschwankungen leiten lässt.

Hier wird reale Wirtschaft betrieben. Und diese schlägt einen immer größeren Bogen um Deutschland.

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