Kai Wegners Blackout

vor 7 Monaten

Kai Wegners Blackout
Bildquelle: NiUS

Es gibt viele originelle Wege, sein Leben zu ruinieren. Da gab es mal einen Maler, der sich ein Ohr abgeschnitten hat, es gibt Menschen, die kleben sich auf der Fahrbahn fest oder stören den Flugverkehr in Deutschland, und gelegentlich überschütten sich tibetanische Mönche mit Benzin und zünden sich an. Kai Wegner geht Tennis spielen.

Selten hat sich jemand so ernsthaft, konsequent und willensstark um den ersten Platz im politischen Darwin-Award beworben wie Berlins Noch-Regierender Bürgermeister Kai Wegner. Er schafft es sogar, Kulturkungel-Staatsminister Wolfram Weimer weit hinter sich zu lassen. Berlin war in Sachen Fremdscham immer ein verlässlicher Nährboden. Kai Wegner macht es zum Zentrum der Fremdscham in Deutschland. Deshalb darf es uns nicht wundern, dass es keinen gemeinsamen Auftritt von Bundeskanzler Friedrich Merz und Wegner gibt. Wegner ist politisch höchst toxisch geworden. Ein Kanzler-Selfie mit Wegner? Besser nicht. Der Kanzler macht alleine ja schon keine gute oder stabile Figur. „Aber wir schreiben uns“, betont Wegner vor Journalisten.

Politik besteht im Wesentlichen aus drei Faktoren: emotionalem Instinkt, Entscheidungsfreude sowie Kommunikation. Wegner kann nichts davon. Zunächst erzählt er der Presse, dass er sich zu Hause im Büro eingeschlossen habe, um alles zu koordinieren. In Dunkelkalt-Berlin hätte er nicht telefonieren können. Damit sei den Menschen nicht geholfen gewesen, wiederholt er immer und immer wieder in seinen Interviews. Natürlich wäre das Licht nicht wie von Zauberhand durch das Erscheinen des Irrlichtes Kai Wegner wieder angesprungen. Aber die Menschen erwarten von ihren Volksvertretern, dass sie dem Volk in der Not auch persönlich zur Verfügung stehen. Das weiß man in Deutschland spätestens seit 1962 und Helmut Schmidts Auftritten in der Hamburger Sturmflut. Oderhochwasser? Schröder und Platzek mit Gummistiefeln bei den Sandsack-Freiwilligen. Alle drei SPD. Und die CDU? Die hatte Armin Laschet im Ahrtal.

Zurück nach Berlin.

Bundeskanzler, Friedrich Merz (CDU) und Berlins Bürgermeister, Kai Wegner (CDU)

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