„Kaffeesatzlesen im Schlafzimmer“: Bundestag debattiert über „leichtfertige Vergewaltigung“

vor 3 Monaten

„Kaffeesatzlesen im Schlafzimmer“: Bundestag debattiert über „leichtfertige Vergewaltigung“
Bildquelle: Apollo News

Am Donnerstagmittag hat der Bundestag in erster Lesung über einen Gesetzentwurf der Grünen-Fraktion beraten, der das Sexualstrafrecht deutlich verschärfen würde. Grundlage des Antrags ist das Prinzip „Nur ja heißt ja“: Straflos sollen sexuelle Handlungen im Sinne eines „konsensbasierten Sexualstrafrechts“ demnach nur dann bleiben, wenn beide Beteiligten ausdrücklich zugestimmt haben. Die Aussprache verlief entsprechend kontrovers und war von scharfen gegenseitigen Vorwürfen geprägt.

Das zentrale Argument der Befürworter lautete, dass Betroffene bei sexuellen Übergriffen häufig gar nicht in der Lage seien, ein „Nein“ zu äußern oder sich zu wehren. Sie stünden in der Situation unter Schock und könnten keine Abwehrreaktion zeigen. „Fachleute nennen das tonische Immobilität. Aus dem Mund kommt kein Ton, der Körper ist wie eingefroren“, begründet die Grünen-Abgeordnete Lena Gumnior den Antrag.

Es sei betroffenen Frauen deshalb nicht zuzumuten, die Verantwortung in derartigen Situationen zu übernehmen. „Diese Verantwortung muss endlich die Seite wechseln.“ Etwa 70 % der Betroffenen seien von einer derartigen Schockstarre betroffen, erklärte Kathrin Gebel von den Linken.

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