Was wir in diesen Tagen erleben, sind, um Karl Kraus zu persiflieren, die letzten Tage der „Europäer“. Weder Merz, noch Starmer, noch von der Leyen, noch Macron verfügen über eine Strategie, noch über Taktiken, nicht einmal über kurze Wendungen, stattdessen scheint sie nur ein einziges Interesse anzutreiben, der persönlichen Machterhalt oder Machtausbau. Vielleicht merken sie den Unterschied nicht einmal und empfinden Kritik als ungerecht, weil sie meinen, alles besser zu wissen, zuweilen sogar in Verkennung der Tatsachen Kritik als russische Desinformation abzutun.
Eine Integrationsfigur in einer Zeit, in der es auf Integrationsfiguren ankommt, ist keiner der „Europäer“, im Gegenteil in ihren Heimaltländern sind sie unbeliebt. Das allein spricht schon Bände.
Eines lässt sich jedoch mit Sicherheit feststellen, dass Europa derweil von der politischen Weltbühne abtritt, vom Hauptdarsteller zum Komparsen wird. Die geistig noch älteren Führer des alten Europas haben nicht die Gründe, die Bedingungen und die Dynamik der Neuordnung der Welt verstanden.
Hatte Friedrich Merz gestern noch das Handeln der USA und Israels im Iran unterstützt und, um als großer Staatenlenker zu wirken, sich ein paar Sorgenfalten ob des Völkerrechts erlaubt, so vollführt er gerade den – wievielten eigentlich schon – Kurswechsel. Neu ist das nicht. Unbeständigkeit ist noch das beständigste an diesem Kanzler. Es lohnt nicht, dem Mann zuzuhören, er spricht nur zu eigenem Gefallen, merkt dabei nicht, dass er allzu oft das Gegenteil von dem sagt, was er kurz zuvor verkündet hatte. Man hielt den Bruch der Wahlversprechen für einen taktischen Schachzug, es war nicht einmal das. Merz ist nicht der Außenkanzler, er ist der Augenblickskanzler.
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










