Mein Bücherregal hat es in sich. Da steht Karl Marx neben Ludwig Erhard, die Bibel neben Friedrich Nietzsche und Robert Habeck neben Björn Höcke. In meinem Bücherregal schlagen sich diese kontroversen Inhalte nicht die Köpfe ein, sondern halten sich gegeneinander und miteinander aus. Bücher stehen für Weite, für Geduld, für Analyse, für Tiefgang, für intellektuelle Auseinandersetzung.
Darum ist es wohl kein Zufall, wenn es die Dresdner Buchhändlerin Susanne Dagen geschafft hat, unterschiedliche gesellschaftskritische Verlage und Vertreter zu einer Buchmesse zusammenzubringen. Zumindest an einigen Stellen ist das Gehabe, „wenn der kommt, dann komme ich nicht“, oder „neben dem will ich nicht meinen Stand haben“, überwunden. Ein erfreulich breites Spektrum ist bereit, sich zwei Tage lang zu begegnen, auszutauschen und zur Not auch zu streiten.
Als Kolumnist bei Tichy Einblick bin ich stolz darauf, dass TE ein wichtiger Wegbereiter und ein hervorragender Unterstützer dieser Messe ist. Das private Messegelände hatte Tichys Einblick im letzten Jahr erfolgreich bei seinem 10-jährigen Jubiläum erprobt. Diese Jubiläumsfeier war einer meiner persönlichen Highlights 2024. Gegen alle gesellschaftliche Individualisierungstendenzen sind solche Events der Vernetzung von kritischen Menschen und Herausgebern eine Oase der Zuversicht und eine psychohygienische Tankstelle.
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