Ignorant und selbstverliebt immer tiefer in die Krise

vor 11 Monaten

Ignorant und selbstverliebt immer tiefer in die Krise
Bildquelle: Tichys Einblick

Aus medienpolitischer Perspektive wirkt Friedrich Merz wie ein Dinosaurier. Sein Verständnis von Medienarbeit folgt den Kommunikationsroutinen der 90er Jahre.

Klafft in der Sozialversicherung ein Defizit, fordert Merz lautstark Budgetkürzungen, stürzt eine Branche in die Krise, soll ein Wirtschaftsgipfel Heilung bringen. Interkoalitionäre Konflikte werden für die Kameras bei einem Bier gelöst. Das ist bräsige Kommunikation, die sich an ein zunehmend desinteressiertes Publikum richtet und die schmerzenden Symptom der gescheiterten politischen Agenda unterdrücken soll, da die Probleme der Politik über den Kopf gewachsen sind.

Und so erklärte der Bundeskanzler am Freitagmorgen, gut gelaunt, im Grundsatz mit den politischen Entscheidungen seiner Regierung zufrieden zu sein. Lediglich die Art der Kommunikation lasse, so Merz bei „CDU.TV“, noch zu wünschen übrig. Ganz dem Motto verpflichtet: Wenn schon keine politische Substanz vorhanden ist, soll wenigstens die Form als harmonisch und im guten Stil wahrgenommen werden.

Der Bundeskanzler, der nach eigenem Bekunden, ganz Paternalist und pseudo-elitär, vor wenigen Monaten das Land „übernommen“ habe, stellt sich damit selbst ein glänzendes Zeugnis aus. Was kümmert ihn auch die tatsächliche Lage im Land, die aus wirtschaftlicher und innenpolitischer Sicht längst als systemisch hochgradig fragil bezeichnet werden muss?

Innenpolitisch bereits an den vom deutschen Parteienstaat geschaffenen Fakten der ungezügelten Migration und der Ideologisierung der Ökonomie gescheitert, beschränkt sich Merz´ außenpolitische Leistung darauf, die Finanzmittel für den Stellvertreterkrieg in der Ukraine zu beschaffen und hin und wieder als Kiew-Tourist im medial etablierten, legeren Outfit Präsenz zu zeigen.

Merz verkörpert einen Kanzler aus einer vergangenen Epoche, in der alles noch kontrollierbar schien. In der Gegenwart wirkt sein Rollenspiel unsouverän, orientierungslos und ohne die strategische Weitsicht, die unsere Zeit erfordert.

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