Erstmals in der Geschichte der friedlichen Nutzung der Kernenergie wird ein kommerzieller Reaktor in einer Stadt gebaut, und zwar in der finnischen Hauptstadt Helsinki. Er soll nur Wärme, keinen Strom erzeugen und kohlebefeuerte Anlagen für die Wärmeversorgung ablösen. Der finnische Energieversorger Helen, der in Kraft- und Heizwerken in verschiedenen Teilen Helsinkis Wärme, Strom und Kälte erzeugt, strebt für die 2030er Jahre eine CO2-neutrale Energieversorgung an. Derzeit hat er für seinen nuklearen Wärmeerzeuger drei Standorte in der Hauptstadt im Visier. Zwei davon beherbergen bereits Anlagen zur Strom- und Wärmeerzeugung.
„Die potenziellen Standorte für das Kraftwerk von Helen befinden sich in der Nähe des Fernwärmenetzes”, verlautet aus dem Unternehmen. „Wir haben sie auf der Grundlage eines vielschichtigen Prozesses ausgewählt, bei dem unter anderem ökologische, wirtschaftliche und sicherheitstechnische Aspekte bewertet wurden.“ Jetzt steht eine Umweltverträglichkeitsprüfung an.
„Die neue Strategie der Stadt Helsinki sieht vor, dass wir uns auf die mögliche Errichtung eines kleinen Kernkraftwerks in Helsinki vorbereiten“, sagt Rikhard Manninen, Leiter der städtischen Abteilung Raumplanung. „Unsere Untersuchungen haben gezeigt, dass kleine nukleare Anlagen der beste Weg sind, eine CO2-freie, kostengünstige, umweltfreundliche, stabile und zuverlässige Energieerzeugung zu erreichen“, so Helen-CEO Olli Sirkka.
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