Hans-Werner Sinn brachte seine Einschätzung zum Verhältnis der Poltiik zum Ökonomen drastisch auf den Punkt: „Politiker suchen Ökonomen wie Betrunkene die Laterne. Sie suchen nicht das Licht, sie suchen Halt“. Prof. Dr. Veronika Grimm, eine der fünf Wirtschaftsweisen, sieht es differenzierter: „Wir beeinflussen durchaus Diskussionen in der Öffentlichkeit.“ Doch Politiker, so ihre Einschätzung, ließen sich zu leicht von den Medien und Umfragen beeindrucken. Grimm: „Deutsche Politiker, habe ich das Gefühl, wissen nicht genau, was deutsche Interessen sind. Kohl wusste das recht genau.“
Rund 200 Anhänger des liberalen Ökonomen Friedrich August von Hayek stellten bei den „Hayek-Tagen“ in Münster das Wirken von Ökonomen im politischen Diskurs in den Mittelpunkt. Grimm und der langjährige ifo-Chef Sinn, somit zwei der klügsten Köpfe unter den deutschen Ökonomen, diskutierten über wirtschaftswissenschaftliche Politikberatung.
Moderator Malte Fischer (NZZ) sprach die Rolle der SPD an, die früher „schmerzhafte Reformen angetrieben“ habe. Hans-Werner Sinn: „Bei Schröder wurde ich verunglimpft, als Prof. Unsinn – persönliche Diffamierung, da braucht man ein dickes Fell.“ Doch Schröder habe gleichwohl „das getan, was wir empfohlen haben im wissenschaftlichen Beirat: Weniger Geld für’s Wegbleiben, mehr für’s Mitmachen – dieses ifo-Modell hat Schröder genutzt. Das war die letzte Reform, die wir hatten. Lohnersatzleistungen wurden unter Schröder dramatisch reduziert, die Arbeitslosigkeit ging zurück.“
DRAMA IN REGENSBURG: Geiseldrama beendet! SEK nimmt Verdächtigen fest - Ein Toter | STREAM










