Lange hieß es, „Klimaschutz“ sei Wissenschaft von Daten und Fakten und keine Glaubensfrage. Umso erstaunlicher nun die neue Wendung der niedersächsischen Kultusministerin Julia Willie Hamburg (39). Die Grünenpolitikerin präsentierte ihren neuen Religions-Lehrplan, in den neben „Meditation im Buddhismus“, „Scharia im Islam“, „Sexuelle Orientierung und Geschlechtsidentität als Entwicklungsaufgabe“ ausdrücklich auch Klimathemen integriert werden sollen.
Somit wird aus der angeblich absurden Metapher plötzlich institutionelle Realität, die ein typisches Muster moderner Debatten widerspiegelt: Zuerst wird ein Begriff oder eine Idee delegitimiert, um Kritiker zu diskreditieren. Stellt sich dann jedoch heraus, dass ein Teil dieser Idee gar nicht so weit hergeholt ist, wird sie stillschweigend übernommen – allerdings unter einem neuen moralischen Vorzeichen.
Diese geschickte Art von intellektuellem Opportunismus ermöglicht es, die eigene Position zu wahren, während man gleichzeitig Elemente dessen integriert, das man zuvor abgelehnt hat. Das, was gestern noch als polemische Verächtlichmachung galt, bekommt heute einen Platz im Lehrplan – ausgerechnet in dem Fach, das traditionell Fragen von Glauben, Sinn und Weltdeutung behandelt.
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