Fast jeder, der am 11. September 2001 alt genug war, den Schrecken der islamischen Terroranschläge in den USA wahrzunehmen, weiß auch heute noch, wo er damals die aufwühlenden Fernsehbilder sah. Nicht nur die Politiker, auch die meisten Bürger erkannten schnell, dass die mörderischen Attacken auf die westliche Führungsmacht eine Zeitenwende einläuteten.
19 Islamisten der Terrororganisation Al-Qaida hatten vier Passagierflugzeuge in ihre Gewalt gebracht. Die arabischen Terroristen lenkten zwei Maschinen in die Türme des World Trade Center in New York, eines ins Pentagon in Arlington bei Washington. Das vierte Flugzeug stürzte nach dem Widerstand der Passagiere in Pennsylvania ab. Insgesamt starben bei dem schlimmsten Terroranschlag der Geschichte fast 3.000 Menschen, viele tausend andere Menschen wurden verletzt.
Das Datum, in amerikanischer Manier „9/11“ genannt, wurde zur Chiffre für die neue Herausforderung der freien Welt, die über die Jahre noch an Gewicht gewonnen hat. Schließlich finden sich die Gesinnungsgenossen der Al-Qaida heute in Regierungen, Verbänden und Terrororganisationen.
Vier zentrale und gravierende Folgen des islamistischen Terroranschlags vor 25 Jahren, die noch immer die Gegenwart prägen:
Der lange geplante Anschlag hatte eine klare Botschaft: Der radikale Islam erklärt der westlichen Welt den totalen Krieg. Die Selbstmordattacken der islamischen Dschihadisten (Gotteskrieger) auf Zivilisten sollten der Beginn einer langen Kette von teilweise verheerenden Terroranschlägen sein. Allein in Frankreich, England, Spanien, Belgien und Deutschland starben in den vergangenen 25 Jahren insgesamt viele Hundert Menschen bei Bombenanschlägen sowie bei Angriffen mit Fahrzeugen, Schusswaffen und Messern. Nicht mitgezählt die Opfer der persönlich motivierten oder gänzlich zufällig-willkürlichen Mordtaten und Messerattacken islamischer Migranten, die sich nicht selten als fanatische Anhänger Allahs entpuppten.
„9/11“ belegte eindrucksvoll die Thesen des Politikwissenschaftlers Samuel Huntington über den „Kampf der Kulturen“ („Clash of Civilizations“). Bereits 1993 hatte der US-Wissenschaftler vorausgesagt, dass nach dem Ende des Konflikts zwischen dem kapitalistischen Westen und dem kommunistischen Osten künftig die kulturellen und religiösen Identitäten der Menschen die Hauptursache für globale Konflikte sein werden.
Dramatisch widerlegt wurde dagegen die Erwartung des Politikwissenschaftlers Francis Fukuyama vom „Ende der Geschichte“. Demnach habe die Menschheit mit der liberalen Demokratie die politische Ordnung gefunden, die ihr am besten entspreche. Der Triumph des freien Westens über die totalitäre Ideologie des Kommunismus ermögliche nun, dass sich weltweit die Demokratie ausbreite.
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