Goldpreis bald 3000 Dollar pro Unze? Wir stehen kurz davor

vor mehr als 1 Jahr

Goldpreis bald 3000 Dollar pro Unze? Wir stehen kurz davor
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Wer zu den Anlegern zählt, die ein Teil ihres Ersparten in Gold anlegten, der hat derzeit allen Grund zur Freude: das Edelmetall steht kurz vor einem neuen Allzeithoch. Am 10. Februar 2025 kostete die Feingoldunze 2902,05 Dollar oder 2 815, 50 Euro. Damit liegen die bisherigen Intraday-Bestwerte aller Zeiten nur noch haarscharf entfernt: 2906 Dollar beziehungsweise 2819,33 Euro. Seit Februar 2024 kletterte der Preis für den raren Wertstoff damit in Dollar um 43, in Euro sogar um 49 Prozent – und das von einem schon damals relativ hohen Niveau. Vor einem Jahr fragten sich viele: lohnt sich der Einstieg noch? Wer es tat, kann eine stolzen Gewinn verbuchen, auf den der Staat außerdem – bis jetzt jedenfalls – nach einem Jahr Haltedauer keine Steuern erhebt. In den ersten Monaten dieses Jahres könnte nun die psychologisch wichtige 3000-Dollar-Marke fallen. Geschieht das, dann dürfte es nach der Ansicht von Marktbeobachtern 2025 noch deutlich weiter nach oben gehen.

Warum drängt der Goldpreis so ungebrochen aufwärts? Jerome Powell, der Chef der US-Notenbank, hatte kürzlich signalisiert, dass die Fed die Zinsen vorerst nicht weiter senken, sondern die Entwicklung der Inflation abwarten will, die schon 2024 wieder deutlich zurückging. Normalerweise müsste eine solche Ankündigung die Lust der Anleger auf Gold bremsen: das Metall dient erstes als Inflationsschutz, und es gewinnt zweitens je mehr Attraktivität, desto tiefer die Zinsen und damit die Gewinnaussichten am Anleihenmarkt fallen. Trotzdem torpedierte Powells Ankündigung die Preisentwicklung für Barren und Münzen ganz offensichtlich nicht. Wie lässt sich das Phänomen erklären?

Grund Nummer eins sind die Goldankäufe der Zentralbanken, die sich 2024 nach Daten des Gold Council weltweit auf 1045 Tonnen beliefen. Damit lagen die Zukäufe von Zentralbanken das dritte Jahr in Folge bei über 1000 Tonnen. Indiens Zentralbank vervierfachte 2024 seinen Golderwerb im Vergleich zu Vorjahr, und stapelte sich 77 zusätzliche Tonnen in die Schatzkammer. China stockte seine Reserven um 44 Tonnen auf, die Türkei um 72 Tonnen. Besonders die neuen Wirtschaftsmächten Indien und China streben offenkundig weiter danach, ihre Abhängigkeit von Dollarbeständen und -Wertpapieren zu mindern. Der heraufziehende Zollstreit der USA mit Peking, der möglicherweise zu einem Zollkrieg ausarten könnte, dürfte auch 2025 die Entdollarisierungs-Strategie Chinas vorantreiben.

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