Ein Fest für Sparer – Gold und Silber steigen viel schneller als erwartet

vor 7 Monaten

Ein Fest für Sparer – Gold und Silber steigen viel schneller als erwartet
Bildquelle: Tichys Einblick

Als Jamie Dimon, der Chef der Investmentbank JPMorgan Chase, auf einer Konferenz im Herbst meinte, er sei bisher privat kein Goldkäufer gewesen, habe seine Meinung jetzt aber geändert, denn das Edelmetall könnte durchaus den Preis von 5000, ja sogar 10.000 Dollar je Unze erreichen, horchten viele Marktteilnehmer auf. Denn der langjährige CEO des Finanzriesen lag in der Vergangenheit mit seinen Analysen oft richtig. Die Experten seines eigenen Unternehmens äußern sich vergleichsweise vorsichtiger: Sie hielten bisher 5000 Dollar für realistisch – vielleicht für Ende 2026. Anfang 2024 nannte die Mehrheit der Analysten ebenfalls die Fünftausender-Marke, damals allerdings für das Ende des Jahrzehnts. Die Deutsche Bank prognostizierte besonders vorsichtig; für 2026 sah sie erst einen Goldpreis von 4000 Dollar ja Feinunze. Sie erhöhte dann ihre Voraussage zögerlich auf 4450.

Zum Jahresausklang 2025 zeigt sich allerdings: Die historische Rekordmarke könnte deutlich schneller fallen als gedacht. Schon einen Tag vor Heiligabend notiert das Wertspeicher-Metall Nummer eins nur noch knapp unter 4.500 Dollar je Unze. Die relative Skepsis vieler Experten in Bezug auf schnelle Rekorde schien erst einmal gut begründet. Zu den starken Treibern des Goldpreises 2025 zählte die Zollpolitik der USA, deren Ergebnisse sich zunächst schwer voraussagen ließen. Deshalb kauften viele Banken, Händler und Fonds in den USA Goldbarren aus der Schweiz auf Vorrat, weil sie höhere Zölle dafür erwarteten, darüber hinaus auch einen Sonderaufschlag für Gold, um den es viele Gerüchte gab.

Die Schweiz gehört zu den großen Umschlagplätzen für das begehrte Gut, auch deshalb, weil hier viele Unternehmen die in Europa im Großhandel üblichen 12,5-Kilo-Barren in Ein-Kilogramm-Barren umschmelzen, die man in den USA bevorzugt. Ewig, so die Ansicht der Analysten, konnte dieser Sondereffekt nicht andauern. Auch die Zinssenkungszyklen der EZB und der Fed, die erfahrungsgemäß den Goldkurs befeuern, kamen in diesem Jahr vorläufig zu ihrem Ende. Deshalb rechneten viele Experten eher mit einem Einbruch des Kurses als mit einer Fortsetzung der Rally. Kurze Rücksetzer ereigneten sich tatsächlich. Danach ging es aber wieder straff bergauf. Denn die fundamentalen Entwicklungen, die den Goldpreis bisher trieben und weiterhin treiben, bleiben intakt.

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