Es ist der Krieg, in den sie die Kinder geschickt haben. Die junge Generation scheint weit voraus, sie schmeckt die Zukunft schon heute. Man könnte auch sagen, sie wurde in etwas hineingeworfen, das sie nicht gewählt hat. Die Berichte aus der Ludwigshafener Karolina-Burger-Realschule plus sind jedenfalls im Wortsinn erschreckend. „Plus“ steht dafür, dass die Hauptschule integriert ist. Eigentlich sollte es hier um Schulabschlüsse und die Berufsschulreife gehen. Aber viele Schüler sprechen kein gutes Deutsch und beherrschen die Grundrechenarten nicht. Schüler kommen ohne Materialien in die Schule. Lehrer beschreiben ihr Institut als „Förderschule mit einer Klassengröße von 30 Schülern und einer Lehrkraft“. Das Thema sind offenbar Schüler mit Migrationshintergrund, aber das wird nur hinter vorgehaltener Hand gesagt. Kinder kommen aus „bildungsfernen Familien“, heißt es dann gerne pauschal.
Ist das noch das Niveau Rütlischule Neukölln oder haben die Zustände nun bundesweit eine neue „Qualität“ angenommen? Neukölln ist schon heute fast überall zu finden, so, wie es einige prophezeit haben. 2023 war die Gräfenauschule im benachbarten Stadtteil in die Schlagzeilen geraten – auch sie wegen Überforderung, Überlastung und Integrationsproblemen. Dort musste ein Drittel der Erstklässler die Klasse wiederholen. Im selben Jahr trat die Ludwigshafener Oberbürgermeisterin Jutta Steinruck aus Protest aus der SPD aus. Sie mahnte im Gegensatz zur damaligen Bildungsministerin Stefanie Hubig einen „Ludwigshafener Sonderweg“ bei der Schulpolitik an: „Es muss einen geben!“
Am 28. Mai 2025 kam ein Mädchen mit dem Klappmesser in die Schule und ging auf eine Lehrerin los, um diese zu töten. Das Mädchen gilt laut Gericht als schizophren und musste nach seinem Prozess nicht ins Gefängnis. Der Angriff wurde vom Gericht nicht als versuchter Totschlag gewertet, die 17-Jährige wurde für gefährliche Körperverletzung verurteilt. Die Lehrerin hatte den Angriff abwehren und der Jugendlichen das Messer aus der Hand schlagen können. Dennoch gilt der Vorfall im Kollegium der Schule als „Kipppunkt“: „Seitdem geht es vielen Kolleginnen und Kollegen deutlich schlechter, nicht wenige sind krank oder überlastet“, berichtet ein Lehrer. Anspannung verwandelte sich in offene Angst. Man kann es verstehen, nachdem sich eine Drohung so leicht in Realität umwandelte.
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