Deutsche Notaufnahmen haben im vergangenen Jahr 13 Millionen Fälle behandelt. Das sind 5 Prozent mehr als noch im Jahr 2023 – ein Rekord, seitdem die Zahlen erfasst werden. Das hat das Statistische Bundesamt mitgeteilt. In den Stadtstaaten Berlin und Hamburg war danach die Zahl der Fälle pro Kopf höher als in ländlich bestimmten Strukturen. Das Amt hat die Zahlen nach eigenen Angaben der Krankenhausstatistik entnommen.
Die Zahlen stellen ein veritables Problem da. Zum einen, weil die Notaufnahmen ohnehin überlastet sind. Einen entsprechenden Hilfeschrei setzt die Deutsche Krankenhausgesellschaft ab. Denn sie werden zweckentfremdet: „Die Zahlen des Statistischen Bundesamtes zeigen, dass die Krankenhäuser mehr und mehr die Aufgaben des niedergelassenen Bereiches übernehmen“, sagt Dr. Gerald Gaß, der Vorsitzende der Krankenhausgesellschaft. Die Notaufnahmen müssten daher Aufgaben übernehmen, da die Struktur „gerade in vielen ländlichen Regionen weg bricht“. Eigentlich sei es die Aufgabe der Kassenärztlichen Vereinigungen sicherzustellen, dass die Hausärzte für die Notfallversorgung da sind. Doch: „Die Realität hat diese Theorie … längst eingeholt“, sagt Gaß.
Diese Überlastung der Notaufnahmen ist an sich ein Problem. Sie zeigt aber zudem auf, wie reformunfähig die christdemokratisch und sozialdemokratisch geführten Bundesregierungen sind. Sie haben all die aktuellen Probleme auflaufen lassen. Jetzt hat Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) einen Arbeitskreis gegründet. Den müsse die Bevölkerung einfach nur abwarten und dann würden – Abrakadabra, Simsalabim – alle Probleme gelöst. Unterdessen startet Warken über befreundete Medien einen Testballon nach dem anderen, um zu sehen, welche Grausamkeit am wenigsten Empörung hervorruft.
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