Geistige Verarmung: Der Bildungskollaps und seine Folgen

vor 6 Monaten

Geistige Verarmung: Der Bildungskollaps und seine Folgen
Bildquelle: Tichys Einblick

Dass das Bildungsniveau in Deutschland am Boden liegt, ist keine Neuigkeit. Hiobsbotschaften zu diesem Thema geistern seit Jahren regelmäßig durch die deutsche Presse, zumeist anlässlich von Studien, die die Misere in Zahlen fassen: Grundschüler können nicht flüssig lesen und schreiben, ein Drittel der Zehntklässler verfehlt die Mindeststandards, um die Mittlere Reife zu erwerben, dreißig bis fünfzig Prozent der eingeschriebenen Studenten sind an der Universität fehl am Platze.

Diese Zustände sind nicht vom Himmel gefallen. Bildung leidet hierzulande unter einer leistungsfeindlichen Haltung, die einhergeht mit dem Irrglauben, Wissenserwerb sei überflüssig, weil man alles jederzeit online nachschlagen kann. Sie leidet auch unter der Illusion, man könne Gleichheit verwirklichen: Wenn alle gleich sein sollen, richtet sich das Niveau naturgemäß am Schwächsten aus. Talentierte, wissbegierige und intelligentere Schüler bleiben auf der Strecke.

Hinzu kommt die geringe Wertschätzung für den Beruf des Lehrers. „Ich studiere auf Lehramt, weil das sicher ist“, war schon vor Jahrzehnten eine gängige und als legitim geltende Begründung, die massenhaft Menschen in Schulen geschwemmt hat, die weder Passion für Wissensvermittlung noch Verantwortungsbewusstsein angesichts ihres Auftrags noch ein Gespür für die Bedürfnisse von Schülern haben. Zugleich werden engagierte Lehrer der Selbstausbeutung preisgegeben und arbeiten bis zur Erschöpfung.

Diese Aspekte werden ergänzt durch ein Problem, das von den Universitäten aus in die Schulen abstrahlt: Der akademische Tunnelblick, der in vielen Disziplinen herrscht, manifestiert sich in der Bildung besonders akut und unmittelbar. Denn was in Bereichen wie den Gender Studies häufig eine Kopfgeburt bleibt oder erst durch vehementen Druck von Lobbyisten nach Jahren und Jahrzehnten in der Realität ankommt, verwirklicht sich in der Bildung schnell. Schulkinder als Versuchskaninchen zeigen sofort an, ob etwas funktioniert oder eben nicht. Nur will sich eine ideologiegesteuerte Wissenschaft keineswegs eines Besseren belehren lassen.

Trotz aller entwicklungspsychologischen Erkenntnisse werden immer wieder Entscheidungen gefällt, die auch lernwillige Kinder zu Unwissenheit und Dummheit verdammen. Schreiben nach Gehör, Abschaffung der Schreibschrift, Verzicht auf Auswendiglernen und andere Lerntechniken, Allergie gegen Faktenwissen, Bildschirme statt Bücher. Die pauschale Verteufelung von Frontalunterricht und Lernen durch – manchmal stupide – Wiederholung benachteiligt ausgerechnet Kinder mit Migrationshintergrund, denen zu viel abverlangt wird, anstatt ihnen mithilfe zuverlässiger und verbindlicher Methoden schnellen Sprach- und Wissenserwerb zu ermöglichen.

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