Für immer Herrschaft der Mullahs in Teheran – oder Regime-Change?

vor etwa 1 Jahr

Für immer Herrschaft der Mullahs in Teheran – oder Regime-Change?
Bildquelle: Tichys Einblick

Es gibt Texte, die wirken wie kaltes Eisen – geschmiedet in der Glut vergangener Weltanschauungen, aber ohne jedes Licht für das Jetzt. Josef Joffes Artikel „Der vergiftete Traum vom Regime Change“ ist ein solcher Text. Er ist geprägt vom Pessimismus eines senilen Geistes, vom Ton gesinnungsethischer Überlegenheit, wie man ihn oft bei jenen findet, die zu lange auf der Weltbühne standen, um noch Hoffnung als politische Kraft ernst zu nehmen. Was Joffe formuliert, ist kein politischer Kommentar, sondern ein Abgesang – nicht auf ein Regime, sondern auf die Vorstellung, dass Unrecht überwunden werden kann. Genau deshalb ist Widerspruch notwendig.

Ich habe Josef Joffes Text mehrfach gelesen – nicht aus Faszination, sondern aus einem gewissen Entsetzen über die Kälte, mit der hier ein zutiefst menschliches Thema zur bloßen Rechenspielerei degradiert wird. Denn nichts Geringeres steht zur Debatte als die Hoffnung von Millionen Menschen im Iran auf ein Ende von Folter, Unterdrückung und staatlich organisierter Grausamkeit – Grausamkeit, die vom Westen noch immer beschönigend legitimiert wird. Und doch gelingt es Joffe, diese Sehnsucht in einem Atemzug mit Halluzination und Wahngebilde abzutun – als handle es sich um naive Illusionen einer westlichen Wohlstandsjugend, die in geopolitischen Kategorien nicht denken könne.

Seine Schreibstück erscheint weniger als nüchterne Analyse denn als Manifest eines arroganten Kulturpessimisten mit reaktionärem Reflex. Schon der Auftakt, in dem die Idee eines Regimewechsels im Iran pauschal als „Fantasie“ abqualifiziert wird, setzt den Ton: Wer sich ein Ende von Folter und staatlicher Grausamkeit erhofft, wird nicht als ernsthafter Diskurspartner behandelt, sondern mit herablassendem Spott abgefertigt – ein rhetorischer Erstickungsversuch. Statt differenzierter Beobachtung dominiert ein apodiktischer Gestus, der an die moralische Überheblichkeit vieler 68er‑Intellektueller erinnert – Kritik wird mit Hohn verwechselt, Komplexität zur „Milchmädchenrechnung“ verniedlicht.

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