In Frankreich ist der oberste Migrationsverwalter zurückgetreten – nicht wegen Skandal, Versagen oder Überforderung, sondern wegen zu wenig politischem Willen. Guillaume Larrivé, Chef des französischen Amts für Einwanderung und Integration (OFII), erklärt in einem offenen Brief, warum er seinen Posten niederlegt: Die Regierung habe jede Ambition aufgegeben, die Einwanderung zu reduzieren.
„Ich habe diese Aufgabe angenommen, um bei der Reduzierung der Einwanderung und der Förderung der Assimilation zu helfen“, schreibt Larrivé. Doch nach der Regierungserklärung des neuen Premierministers Sébastien Lecornu sei klar: Es soll gar nichts mehr reduziert werden. Die Regierung kapituliert, bevor sie begonnen hat – und das in einem Land, das in dieser Frage längst mit dem Rücken zur Wand steht.
Larrivé war im September 2024 von Präsident Macron ernannt worden – auf Vorschlag von Bruno Retailleau, damals Innenminister. Der Auftrag war klar umrissen: legale Migration steuern, Integration fördern, Visa begrenzen, Rückführungen durchsetzen. Doch mit dem Abtritt der alten Regierung ist dieser Kurs offenbar passé.
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